Mo, 11. Dezember 2017

Knöchelverletzung

10.08.2010 15:48

Beachvolleyball-EM ohne Schwaiger-Schwestern

Die zuletzt auf der World-Tour höchst erfolgreichen österreichischen Teams gelten bei der Beachvolleyball-Europameisterschaft in Berlin als Medaillenanwärter. Wenige Tage vor Turnierbeginn hat das rot-weiß-rote Aufgebot mit dem Ausfall der mitfavorisierten Schwaiger-Schwestern allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen müssen: Stefanie Schwaiger erlitt am Tag nach ihrem 24. Geburtstag bei einem Reitunfall einen Knöchelbruch und muss vier bis sechs Wochen pausieren.

Die Niederösterreicherin war am Sonntag bei einem Reitausflug im Waldviertel von einem nebenherlaufenden Pferd mit dem Huf am Fuß getroffen worden. "Der Traum von der EM-Medaille ist leider vorbei. Andererseits hätte das auch in der Olympiasaison passieren können und so hatte ich sogar noch Glück im Unglück", betonte der Pechvogel, der nach einer Untersuchung in Wien bereits am Montag mit der Therapie begann.

"Ich muss nach vorne schauen und bin zuversichtlich, dass ich bald wieder spielen kann", so die Niederösterreicherin weiter. Aufgrund der Zwangspause werden die Geschwister heuer frühestens bei den zwei abschließenden World-Tour-Turnieren ab Ende Oktober mit dabei sein können.

Montagnolli/Hansel in Berlin Medaillenanwärter
Ungeachtet dessen kann Österreich in Berlin mit Sara Montagnolli/Barbara Hansel und Florian Gosch/Alexander Horst aber noch andere Medaillenanwärter aufbieten. Die Staatsmeisterinnen Montagnolli/Hansel zogen zuletzt in Polen zum dritten Mal in Folge in das Semifinale ein und wollen für die erste EM-Medaille für Österreichs Damen sorgen. "Wir sind doch schon ein wenig müde nach diesen Marathonwochen. Aber wir haben derzeit eine gute Serie, der Kampfgeist stimmt und das macht uns stark. Wir wollen diesen Schwung natürlich nach Berlin mitnehmen", gab sich Montagnolli kämpferisch.

Während die Vorjahres-Vizeeuropameister Gosch/Horst nach mehreren Top-Ten-Ergebnissen auf World-Tour-Ebene ebenfalls als Medaillentipps gelten, stehen Clemens Dopplers Chancen auf sein drittes EM-Edelmetall nach den Titeln 2003 und 2007 um einiges schlechter. Allerdings konnte auch das Duo Doppler/Matthias Mellitzer zuletzt mit einer Leistungssteigerung (Platz 5 in Klagenfurt) aufwarten.

Als Titelverteidiger treten die Niederländer Nummerdor/Schuil an, allerdings sind die deutschen Weltmeister Brink/Reckermann nach ihrer erfolgreichen Rückkehr aus einer Verletzungspause die ersten Goldfavoriten. Im Vorjahr hatten die Olympia-Fünften Gosch/Horst die Deutschen auf dem Weg zum angepeilten Titel gestoppt. "Auch diesmal kann unser Ziel nur eine Medaille sein", ist Gosch überzeugt, dass er und sein Partner trotz der zuletzt intensiven Beanspruchung im "verrückten" Tourkalender noch über genügend Energie verfügt.

Gosch/Horst vor Sprung in die Top Ten
Das Duo Gosch/Horst hat zwei sensationelle Jahre hinter sich. In dieser Phase haben sie bis auf die US-Giganten Rogers/Dalhausser alle Top-Teams der Welt geschlagen und sich als eines der besten Block-Verteidigungs-Duos der Welt etabliert. Nur logisch, dass sie seit längerem vor dem Sprung in die Top Ten der Weltrangliste stehen, die u.a. auch für die Olympia-Qualifikation 2012 relevant ist. "So gesehen schmerzt uns natürlich, dass parallel zur EM ein World-Tour-Turnier in Norwegen stattfindet", meinte der Steirer über den "B-Event" in Kristiansand, bei dem die europäische Elite logischer Weise fehlt.

Je 24 Teams haben sich über die World-Tour für die Titelkämpfe qualifiziert, anders als in den vergangenen Jahren gab es heuer keine eigene europäische Turnierserie. In der Vorrunde wird in je sechs Vierergruppen gespielt. Die Damen beginnen am Mittwoch, die Herren tags darauf. Die Gruppensieger und -zweiten, sowie die vier besten Drittplatzierten steigen in das Achtelfinale auf. Von da an geht es im K.-o.-Modus weiter.

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