Sa, 25. November 2017

Obduktionsbericht

29.06.2010 15:57

Schauspieler Frank Giering starb an akuter Gallenkolik

Der deutsche Schauspieler Frank Giering ist nach Angaben seiner Agentur am 24. Juni an einer akuten Gallenkolik und nicht an einer Alkoholvergiftung gestorben.

Das habe nach Auskunft des Vaters die Obduktion ergeben, erklärte eine Sprecherin der Agentur Hübchen am Dienstag. Die Kolik sei durch Gallensteine ausgelöst worden und habe zu einem Organversagen geführt. Medienberichte, wonach übermäßiger Alkoholkonsum innere Butungen bei dem 38-Jährigen ausgelöst und so zu seinem Tod geführt hätten, stimmen nicht, erklärte die Sprecherin weiter.

Berliner Zeitungen hatten am Dienstag unter Hinweis auf den Obduktionsbefund von Alkohol als Todesgrund berichtet. So soll der Schauspieler zwei bis drei Flaschen Wodka pro Tag vor seinem Tod getrunken haben. Zuletzt seien es gar vier Flaschen gewesen. In den letzten Monaten sei der Star zudem abgemagert und habe an Selbstzweifeln gelitten.

Der als überaus talentiert geltende Schauspieler hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Alkoholproblemen gekämpft und auch versucht, durch Entzugstherapien davon loszukommen.

"Wir sind tief bewegt über den viel zu frühen Tod dieses jungen, talentierten Schauspielers", sagte eine Sprecherin der Odeon Film, für deren Firma Monaco Film Giering in der Serie "Der Kriminalist" seit 2006 vor der Kamera stand. "Mit Frank Giering verlieren wir einen sehr geschätzten Kollegen, der uns die vergangenen vier Jahre begleitet und bereichert hat."

Zahlreiche TV- und Filmrollen
Giering spielte in zahlreichen TV- und Kinofilmen mit. Der am 23. November 1971 geborene Magdeburger war abgesehen von der ZDF-Serie "Der Kriminalist", in der er die Rolle des Kommissars Henry Weber verkörperte, auch in den Krimiserien "Tatort", "Alarm für Kobra 11" und "Polizeiruf" zu sehen.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Opernball", "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit", "Absolute Giganten" und "Baader". Er spielte aber u.a. auch in der Horvath-Verfilmung "Freigesprochen" des Österreichers Peter Payer, wo er den Bahnhofsvorstand Thomas Hudetz verkörperte (siehe Infobox).

Zu einem seiner ersten Filme gehört Michael Hanekes Gewaltschocker "Funny Games", der 1997 nach 35 Jahren der erste österreichische Wettbewerbs-Beitrag beim Filmfestival in Cannes war. Giering mimt dort angsteinflößend überzeugend Peter, der mit seinem Freund Paul (Arno Frisch) Familien in ihren Ferienhäusern überfällt und psychisch wie physisch auf brutalste Art und Weise misshandelt, oft bis zum Tod. Mit dieser außergewöhnlichen Rolle wurde Giering schlagartig bekannt.

Frank Giering absolvierte seine Ausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. Erste Bühnenerfahrung sammelte er Mitte der 90er-Jahre am Staatstheater Cottbus.

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