Mo, 11. Dezember 2017

Selbstmord mit 40

11.02.2010 19:30

Designer-Legende Alexander McQueen hat sich erhängt

Der britische Modedesigner Alexander McQueen ist tot. Die Leiche des 40-Jährigen wurde Donnerstag früh in seiner Londoner Wohnung gefunden, wie eine Sprecherin seines Unternehmens mitteilte. Britische Medien berichten, dass der Designer sich erhängt hat.

Spekulationen zufolge soll McQueen über den Tod seiner Mutter nicht hinweggekommen sein. Sie starb vor einer Woche. Doch bereits der Tod seiner besten Freundin vor drei Jahren soll den Designer in schwere Depressionen gestürzt haben.

Die Polizei teilte mit, sie sei am Vormittag gegen 10.20 Uhr zur Wohnung McQueens im Londoner West End gerufen worden. Man gehe nicht von einem Verbrechen aus, hieß es. Die nächsten Angehörigen seien benachrichtigt worden.

"Enfant terrible" der Modeszene
Der 40-jährige McQueen galt lange Zeit als "enfant terrible" der Modeszene. In wenigen Tagen soll die Londoner Fashion Week beginnen, bei der McQueen seine neueste Kollektion präsentieren wollte.

Der am 17. März 1969 geborene Modeschöpfer studierte nach einer Ausbildung zum Herrenschneider unter anderem an der renommierten St. Martin's School of Art & Design in London. Gleich mit seiner ersten eigenen Kollektion gelang ihm 1992 der Durchbruch: Sie stand unter dem provozierenden Motto "Jack the Ripper". Damit hatte McQueen sein Image als "enfant terrible" weg.

Umso überraschender war 1996 seine Berufung als Chefdesigner des immer aus Diskretion bedachten Modehauses Givenchy, das dem Konzern LVMH von Bernard Arnault gehört. Allerdings war seine erste 1997 gezeigte Kollektion für Givenchy eher zurückhaltend, fast damenhaft, wie Kritiker urteilten. Auch in den folgenden Jahren blieb er eher zahm, für einen kleinen Skandal sorgte dann aber die überstürzte Absage seines Haute-Couture-Defiles im Jänner 2001 - kurz zuvor hatte er Givenchy verlassen.

"Givenchy ist für mich ein Kompromiss", sagte McQueen einmal in einem Interview. "Givenchy mache ich nur fürs Geld. Denn mit Givenchy finanziere ich McQueen." Von Givenchy wechselte er als Kreativdirektor zu Gucci. Auch mit dem Sportartikelhersteller Puma arbeitete er zusammen.

Zuletzt hatte der Mode-Star mit extrem verrückten Schuhen - den so genannten Armadillos - für Furore gesorgt.

Skandal wegen behindertem Model
Sein eigenes Label und sein eigenes Modehaus in London führte McQueen daneben stets weiter. Für einen Skandal sorgte dort 1998 die Verpflichtung des behinderten Models Aimee Mullins. McQueen wurde vorgeworfen, er habe das beinamputierte Mannequin wie ein Jahrmarktmonster ausgestellt. Der Designer wies dies zurück - er habe sich im Gegenteil für Behinderte einsetzen wollen. Der Zeitung "Le Figaro" sagte er damals: "Ich weiß, dass ich provoziere. Man muss nicht mögen, was ich tue, aber zumindest kann man es nicht ignorieren."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden