Di, 22. Mai 2018

Zugunfall miterlebt

21.04.2018 11:00

Fahrgast: „Plötzlich flog ich durch die Luft“

„Ich flog plötzlich durch die Luft und landete dann hart auf der Bettkante“, erzählt der Wiener Axel Magnus, wie er am Freitag in den frühen Morgenstunden brutal aus dem Schlaf gerissen wurde. Der Wiener erlebte den Zugunfall am Salzburger Hauptbahnhof hautnah mit. Gegenüber krone.at schildert er das Erlebte.

Gegen 4.45 Uhr knallte es plötzlich: Beim Zusammenkoppeln zweier Nachtzüge aus Zürich und Venedig prallten sieben von einer Verschublok geschobene Waggons auf sechs stehende Waggons. Magnus befand sich zu diesem Zeitpunkt alleine in einem Schlafabteil des Zuges aus Zürich.

„Den Knall habe ich gar nicht mitbekommen, weil ich geschlafen habe“, so der 50-Jährige, der plötzlich durch die Luft geschleudert worden war. Nach dem harten Aufprall suchte der Wiener erst einmal seine Brille und drehte das Licht im Abteil auf. „Ein Spiegel, der an der Wand gehangen war, lag plötzlich am Boden und war zerschlagen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht verstanden, was überhaupt passiert war. Die Alarmanlage ging immer wieder an und aus.“

„Viele bluteten und hatten Platzwunden“
Magnus öffnete die Tür seines Abteils, am Gang herrschte Chaos: „Überall waren laute, aufgeregte Menschen. Es herrschte Chaos.“ Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen und haben die Fahrgäste dazu angewiesen, den Zug zu verlassen. „Am Bahnsteig habe ich dann einen Haufen Verletzte gesehen. Viele bluteten. Manche hatten Platzwunden bis auf den Knochen“, beschreibt der Wiener die Szenen am Bahnhof kurz nach dem Unfall.

„Die Leute haben sich gegenseitig unterstützt“
Das Rote Kreuz war mit elf Fahrzeugen, 25 Sanitätern und einem Notarztteam vor Ort und übernahm sofort die Erstversorgung der insgesamt 54 Verletzten. „Die Stimmung am Bahnsteig war extrem ruhig. Die Leute haben sich gegenseitig unterstützt, niemand hat sich vorgedrängt“, freut sich Magnus über die Solidarität der Betroffenen.

Der Wiener selbst erlitt durch den Aufprall auf der Bettkante eine Rippenprellung. Er wurde ins Landeskrankenhaus Salzburg gebracht und dort rasch versorgt. Magnus: „Zurück am Bahnhof wurde dann mein Ticket ohne Probleme umgetauscht und ich konnte meine Heimreise nach Wien fortsetzen.“

Ob der Wiener bei der Zugfahrt nach diesem Unfall ein mulmiges Gefühl hatte? „Nein, dafür habe ich zu viel Vertrauen in die ÖBB.“

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

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