Fr, 20. April 2018

1700 t illegaler Mist

19.01.2018 14:48

Autobahnen und Rastplätze verkommen zu Müllhalden

Autobahnen und Rastplätze verkommen zu Deponien. Die Asfinag muss jährlich 1700 Tonnen illegalen (Sonder-)Müll wegräumen. Die Mitarbeiter befinden sich deshalb in einem ständigen Kampf gegen den Abfall sowie gegen Mülltouristen.

Auch wenn momentan Eis oder Schnee an diversen Hauptverkehrsadern so manche Umweltsünde winterlich mild bedecken – bei der ersten Schmelze kommt dann doch alles wieder zum Vorschein. „Größere Stücke werden von unseren Mitarbeitern aber auch jetzt im Winter entdeckt“, sagt Heimo Maier-Farkas, Leiter der Asfinag-Autobahnmeistereien. Er warnt vor „tickenden Umweltzeitbomben, deren Entsorgung 10,6 Millionen Euro an Kosten verursacht“. Jährlich müssen mehr als 1700 Tonnen illegal entsorgte Abfälle entlang der Autobahnen per Hand eingesammelt werden. Das entspricht einem Müllberg mit einer Größenordnung von weit über 50.000 Kubikmetern.

Insgesamt fallen pro Jahr auf Rastplätzen, Autobahnen und Raststationen 7300 Tonnen Abfall an. „Ein großer Teil landet ja schon ordnungsgemäß in den dafür vorgesehenen Mülltonnen und Containern. Wir kämpfen aber hauptsächlich gegen illegalen Mülltourismus und verbotene Entsorgung! Alte Autos, Fahrräder, Kühlschränke, Bänke, Türen oder Bauschutt sind keine Seltenheit auf unseren Rast- und Parkplätzen. Dieser Müll hat hier nichts verloren. Denn die Entsorgung kostet uns und damit den Steuerzahler sehr viel Geld“, so Maier-Farkas und Asfinag-Geschäftsführer Josef Fiala. Allein in Oberösterreich muss er regelmäßig 120 seiner Mitarbeiter abstellen, um die ständig wachsenden Halden abzutragen.

Doch auch Zigarettenstummel (Brandgefahr!), Verpackungen aller Art und leere Getränkedosen finden sich tagtäglich links und rechts oder direkt auf der Autobahn. „Müll, der auf der Fahrbahn liegt oder im ungünstigsten Fall direkt auf Windschutzscheiben anderer Lenker landet, kann zu unkontrollierten Reaktionen, Ausweichmanövern und in der Folge zu schweren Unfällen führen. Sogar eine aufgewirbelte Zeitung kann schon die Sicht behindern und zum Crash führen“, geben die Experten zu bedenken. Übrigens: Wer beim Mülltourismus ertappt wird, riskiert hohe Geldstrafen!

„Krone“: Herr Maier-Farkas, ist es denn wirklich so schlimm?
Heimo Maier-Farkas: Ja, der Müll an den Autobahnen und Schnellstraßen wird immer mehr.

Was wird denn so alles weggeworfen?
Alles, was man sich nur vorstellen kann – vom Hausmüll, den Zweitwohnbesitzer auf dem Weg zurück in die Stadt entsorgen, bis zu Fenstern, Türen und ganzen kaputten Autos.

Ganze Fahrzeuge?
Ja, die Leute lassen einfach ihre Rostkübel mit abmontierten Tafeln stehen und verschwinden.

Diese Autos werden dann abgeschleppt?
So einfach geht das nicht. Da muss erst der Besitzer ausgeforscht werden - und erst dann dürfen wir den Pkw abschleppen.

Kuriosester Fund?
Ein geknackter Tresor.

Mark Perry, Kronen Zeitung/krone.at

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