Do, 22. Februar 2018

Topfahrer im Visier

30.09.2008 16:51

14 TdF-Dopingproben werden erneut untersucht

Einen Tag nach dem Straßenrennen der Rad-WM in Varese beginnt im französischen Anti-Doping-Labor in Chatenay-Malabry bei Paris die nochmalige Kontrolle von 14 Dopingproben der vergangenen Tour de France. Das Labor setzt erstmals einen Bluttest ein, um Spuren des EPO-Nachfolgeprodukts CERA zu finden, das im Urin offenbar nicht verlässlich nachgewiesen werden kann. Die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" schrieb am Sonntag von einem möglichen "Tsunami": Mehrere Spitzenfahrer der Tour wären im Visier.

Während der Frankreich-Rundfahrt war dem zweifachen Etappensieger Riccardo Ricco die Einnahme von CERA nachgewiesen worden, der Anti-Doping-Staatsanwalt des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) hat am Montag dafür eine Sperre Riccos für 20 Monaten beantragt. Der Italiener gab sein Vergehen nachträglich zu, und auch sein Teamkollege Leonardo Piepoli gab an, mit demselben Produkt gedopt zu haben. Bei ihm ergab der Test jedoch kein eindeutig positives Ergebnis. Nun hat die französische Anti-Doping-Agentur die Proben von verdächtigen Fahrern aus dem Labor in Lausanne, das die ursprünglichen Tests durchgeführt hatte, nach Paris bringen lassen. Die Betroffenen sollen anormale Blutwerte aufgewiesen haben oder aus anderen Gründen aufgefallen sein.

Gerüchte um CSC-Team
Im Team CSC-Saxo Bank von Bjarne Riis war zwei Tage, nachdem die "Süddeutsche Zeitung" von einer Zahlung von 7.000 Euro durch den Luxemburger Fränk Schleck an den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes berichtet hatte, nach außen hin alles ruhig. Teamchef Riis präsentierte in stilvollem Ambiente am Rande der WM für 2009 IT-Factory als neuen Großsponsor neben Saxo Bank (Team Saxo Bank-IT Factory) und erklärte, man werde Schleck Zeit zur Aufklärung geben. Der Gesamt-Sechste der Tour will zuerst vor der Anti-Doping-Kommission seines Landes aussagen und Riis akzeptierte dies. "Er hat uns erklärt, dass er nichts Falsches gemacht hat", sagte der Däne. Ob eine Zahlung erfolgt sei, wäre in diesem Gespräch kein Thema gewesen.

"Wir müssen bei den Fakten bleiben. Wenn die auf dem Tisch liegen, werden wir nach unseren Regeln vorgehen", erklärte Riis, der seinerseits bekräftigte, entgegen anderslautenden Gerüchten nicht in den spanischen Blutdopingskandal verwickelt zu sein, in dessen Mittelpunkt der Arzt Fuentes steht. "Ich garantiere zu hundert Prozent, dass mein Name nicht in diesen Dokumenten auftaucht. Ich hatte mit diesem Fall nie etwas zu tun." Die "Süddeutsche" hatte berichtet, Riis sei 2005 mit einem Fahrer vor der Ordination von Fuentes in Madrid gesehen worden.

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