Die Versäumnisse der Bundesregierung gegen die hohe Inflation rächen sich und führen bei den Kollektivverhandlungen der Metaller zu einem Dilemma und harten Verhandlungen. Viele Menschen haben wegen der steigenden Kosten (Energie, Erhöhung der Kreditraten, steigende Mieten, hohe Lebensmittelpreise usw.) Probleme, das tägliche Leben zu bestreiten, und erwarten eine entsprechende Erhöhung ihrer Löhne. Obwohl die letzten zwei Jahre für die Wirtschaft gut gelaufen sind und über dem Niveau von vor Corona liegen, versuchen die Vertreter der Wirtschaft wieder einmal mit dem Verweis auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Forderungen zu drücken. Die Arbeitnehmervertreter verweisen zu Recht darauf, dass es bei still und leise ausbezahlten Boni und Gewinnausschüttungen wenig Zurückhaltung gegeben hat. Wie schon in den letzten Jahren werden die Verhandlungen und der Abschluss für die rund 200.000 Beschäftigten in der Metallindustrie richtungsweisend für die folgenden Verhandlungen in allen anderen Sparten sein. Nun liegt es an den Verhandlern, einen tragbaren Kompromiss zu erreichen, mit dem sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer Verantwortung zeigen. Harte Gespräche, bei denen hoffentlich ein Streik vermieden werden kann, zeichnen sich ab. Spürbare Erhöhungen für Arbeitnehmer, die ohnehin immer ein Jahr im Nachhinein erfolgen, sind unausweichlich.
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Fr, 6.10.2023
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