Der bisherige Co-Trainer von Manchester United, Carlos Queiroz, wird neuer Coach des spanischen Fußball-Meisters Real Madrid. Der 50 Jahre alte Portugiese einigte sich am Mittwoch mit Real-Generaldirektor Jorge Valdano auf einen Zwei-Jahres-Vertrag.
Der Portugiese tritt bei den "Königlichen"die Nachfolge von Vicente del Bosque an, dessen Vertrag trotzdes Gewinns des 29. Meistertitels nicht verlängert wordenwar.
Queiroz feiert in Madrid ein Wiedersehen mit seinenEx-Schülern David Beckham und Luis Figo. Der englische SuperstarBeckham, dessen Wechsel von Manchester nach Madrid in der vorigenWoche weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, pries denTrainer in den höchsten Tönen: "Carlos ist einfach genial.Queiroz hat eine eigene Art, und damit hat er sich bei allen Respektverschafft."
Manchester United, wo der Portugiese noch bis 2005unter Vertrag gestanden hatte, erklärte sich mit dem Wechseleinverstanden. Cheftrainer Alex Ferguson, der seinen Co-Trainergerne behalten hätte, lenkte nach einem Gespräch mitseinem bisherigen Assistenten ein: "Eine solche Chance darf mannicht verstreichen lassen."
Real Madrid sieht in Queiroz einen Vertreter desmodernen, taktisch orientierten Fußballs. Der ClubpräsidentFlorentino Peréz rechtfertigte die Ablösung von DelBosque damit, dass dieser zu altmodisch sei. Del Bosque wies denVorwurf energisch zurück: "Ich bin absolut modern. Dass ichfrüher mit Nachwuchsteams auf Hartplätzen gearbeitethabe, bedeutet nicht, dass ich primitiv bin."
Del Bosque, der mit Real je zwei Mal die ChampionsLeague und die Meisterschaft gewonnen hatte, wird nicht in dieNachwuchsarbeit des Clubs zurückkehren, sondern die "Königlichen"verlassen. "Ich habe darüber so manche Träne vergossen",räumte er ein: "Ich habe 35 Jahre für Real gearbeitet,und das ist eine lange Zeit."
Sein Nachfolger durchlebte in seiner Karriere Höhenund Tiefen. Der in Mosambik geborene Queiroz wurde mit Portugal1989 und 1991 U-20-Weltmeister. Er gilt als der "Vater der goldenenGeneration" des portugiesischen Fußball und als der Entdeckervon Stars wie Figo und Rui Costa. Als Nationaltrainer scheiterteer jedoch und wurde 1994 abgelöst. Er betreute späterSporting Lissabon und arbeitete in Japan, den USA und den VereinigtenArabischen Emiraten. Mit Südafrika schaffte er die Qualifikationzur Weltmeisterschaft 2002, wurde aber vor dem Turnier abgelöst.
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