14.04.2007 19:42 |

18 Kilo Heroin

Fahndern geht Großdealer ins Netz

18 Kilo Heroin und Kokain im Wert von zwei Millionen Euro soll eine nigerianische Drogenbande seit November des Vorjahres an Großhändler verkauft haben. Ausgeliefert wurde das Suchtgift mit der U-Bahn. Als einer der Zusteller bei der U-3-Station Johnstraße in Wien-Fünfhaus geschnappt wurde, hatte er Rauschgift um 700.000 Euro in einem Rucksack mit.

Seit die Kriminalpolizei West erfahren hatte, dass eine neue Drogenlieferung aus Holland in Wien erwartet wird, heftete sie sich auf die Fersen eines Nigerianers mit dem Spitznamen "Nazo" aus Wien-Favoriten.

Als der Verdächtige die eingetroffene und bereits mit Namen beschrifteten Päckchen mit der U-Bahn ausliefern wollte, nahmen die Fahnder unter Oberstleutnant Georg Rabensteiner und der Suchtgiftgruppe Hottowy die Verfolgung auf. Sie warteten, bis eine Drogenübergabe in einem Wettbüro beendet war. Dann gaben sich die Kriminalisten zu erkennen.

Im Rucksack von "Joe" fanden sie weitere sieben Kilo Rauschgift. "Der Verdächtige hatte auch eine Lieferliste mit 30 Namen und Handynummern", so Kripo-Chef Rabensteiner. Bei der Einvernahme gestand der Nigerianer, dass er bereits fünf der 30 Großdealer, die an Straßenhändler weiterverkaufen, beliefert hatte. Wenig später klickten bei einem weiteren Dealer der Profi-Bande die Handschellen. Acht Kilo Heroin und Kokain waren in einer Wohnung in Wien-Penzing versteckt.

Doch als die Polizei kam, war die Tür aufgebrochen und Drogen im Wert von 800.000 Euro verschwunden. Oberstleutnant Rabensteiner: "Wir konnten bisher den Schmuggel und Verkauf von 18 Kilo Suchtgift nachweisen."

von Erich Schönauer, Kronen Zeitung; Symbolbild

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