28.03.2007 17:01 |

Friedlicher Abzug

Israel räumt von Aktivisten besetzte Siedlung

Israel hat mit der Räumung einer von mehr als 300 jüdischen Aktivisten besetzten Siedlung im Westjordanland begonnen. Sollten sich die Menschen weigern, die Siedlung zu verlassen, müssten sie mit einer Festnahme rechnen, sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher. Die Aktivisten hatten die Siedlung Homesh im Norden des Westjordanlands in dieser Woche ungehindert wieder besetzt.

Hunderte israelische Polizisten waren im Einsatz, um die jüdischen Siedler und Mitglieder ultrarechter Organisationen aus der von ihnen wiederbesetzten ehemaligen Siedlung im Westjordanland weggebracht. Die etwa 300 Aktivisten leisteten passiven Widerstand und wurden zum Teil zu bereit wartenden Bussen geschleift. Hunderte Demonstranten verließen das Gelände bereits vor dem Polizeieinsatz freiwillig.

Bereits 2005 hatte Israel 21 Siedlungen in den Palästinenser- Gebieten geräumt, in denen insgesamt 8500 Menschen lebten. Seitdem dürfen die Israelis die Siedlungen nicht mehr betreten. Im Westjordanland leben noch etwa 270.000 jüdische Siedler zwischen 2,5 Millionen Palästinensern. Der Internationale Strafgerichtshof hat den israelischen Siedlungsbau auf Land, das Israel während des Krieges 1967 einnahm, als illegal erklärt.

Bei den Bemühungen zur Freilassung des entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit hat es nach Angaben des palästinensischen Regierungschefs von der Hamas, Ismail Haniyeh, große Fortschritte gegeben. Haniyeh sagte am Mittwoch in Riad kurz vor Beginn des dortigen Gipfeltreffens der Arabischen Liga, alle Verhandlungspartner, "einschließlich der Russen und Norweger", fragten nachdrücklich nach Shalit, und die palästinensische Regierung interessiere diese Frage. "Es gibt Kontakte zu unseren Brüdern in Ägypten und den Widerstandsgruppen, die den Soldaten inhaftiert haben, und ich kann sagen, dass es große Fortschritte gibt", fügte Haniyeh hinzu.