14.03.2007 08:39 |

Papst und Genosse

Putin auf Besuch bei Benedikt

Papst Benedikt XVI. ist am Dienstag erstmals mit dem russischen Präsidenten Putin zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Unterredung im Vatikan stand die Überwindung der Spannungen zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche. Über einen Russland-Besuch Benedikts sei nicht gesprochen worden, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nach dem Treffen.

Anders als sein Vorgänger Boris Jelzin hatte Putin auch bei seinen zwei Begegnungen mit dem vor zwei Jahren gestorbenen Papst Johannes Paul II. keine Einladung an das Oberhaupt der Katholiken ausgesprochen. Der russische Präsident war zuletzt im November 2003 Gast im Vatikan.

25-minütiges Gespräch
Der Vatikan zeigte sich mit dem Treffen am Dienstag dennoch zufrieden. Das Gespräch habe in einem "sehr positiven Klima" stattgefunden, hieß es in einer Erklärung. Benedikt und Putin sprachen 25 Minuten lang unter vier Augen. Der Papst hatte seinen Gast zu Beginn auf Deutsch willkommen geheißen.

Neben den Beziehungen zwischen der katholischen und orthodoxen Kirche sei es auch um die Verbesserung des Verhältnisses zwischen dem Vatikan und Russland gegangen. Das Patriarchat in Moskau verwies in einer Erklärung auf identische Positionen Russlands und des Vatikans bei aktuellen politischen Themen wie etwa der Globalisierung und dem Dialog zwischen den Zivilisationen.

Treffen mit Prodi geplant
Die Spannungen zwischen der orthodoxen Kirche und dem Vatikan bleiben aber weiter bestehen. Die orthodoxe Kirche in Russland wirft dem Vatikan Missionierung unter den russisch-orthodoxen Christen vor. Der Vatikan weist dies zurück. Die Begegnung mit Papst Benedikt bildete den Auftakt zu Putins Besuch in Italien. Im Anschluss an die Unterredung traf der russische Präsident mit dem italienischen Regierungschef Prodi zusammen.