Di, 14. August 2018

Seltene Komplikation

17.08.2017 07:22

Nach "Pille danach": Polizei fand 29-Jährige tot

Drama um eine 29-jährige Oberöserreichierin! Die junge Frau dürfte durch eine äußerst seltene Komplikation nach der Einnahme der "Pille danach" eine tödliche Lungenembolie erlitten haben. Polizisten fanden die Leiche, nachdem sich eine Freundin Sorgen gemacht hatte, weil die 29-Jährige nicht zu erreichen war.

"Die mögliche Komplikation durch Pillen-Präparate ist bekannt, aber wenn dieser Todesfall auf die Einnahme der 'Pille danach' zurückzuführen ist, dann ist es der erste Fall in Österreich", sagt der Welser Reproduktions-Experte und Gynäkologe Gernot Tews. Er würde diese Tablette, die nach ungeschütztem Sex vor ungewollter Schwangerschaft schützen soll, verschreiben, wenn er die Patientin kennt, hat aber Bedenken, dass in Österreich die "Pille danach" rezeptfrei abgegeben wird.

Verdacht fällt auf Pille
Bei der Mondseerin wurde vom Notarzt eine "zentrale Pulmonalembolie" als Todesursache festgestellt, eine Obduktion wird es nicht geben. Da Recherchen die Einnahme der "Notfallverhütungspille" und weiterer Medikamente ergaben, liegt der Verdacht nahe, dass hier die Ursache für die Entstehung eines Blutgerinnsels liegt, das in die Lunge wanderte und die tödliche Atemnot auslöste. Die 29-Jährige hatte auch über Unwohlsein geklagt, sich dann hingelegt.

Mehr Bewegung, mehr Flüssigkeit
"Bei der Einnahme von Pillen-Präparaten sollte mehr Bewegung gemacht und die Flüssigkeitszufuhr gesteigert werden, um das dadurch leicht erhöhte Thrombose-Risiko zu senken", sagt Dr. Fang Xu, Vize-Chef der Frauenheilkunde am Klinikum Wels.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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