22.11.2006 10:14 |

Vorstoß

Israel rückt im nördlichen Gaza-Streifen vor

Israelische Bodentruppen sind am Mittwoch mit Panzern in die Städte Beit Hanoun und Jabalia im nördlichen Gaza-Streifen vorgerückt. Laut palästinensischen Sicherheitskreisen haben Scharfschützen auf Dächern Stellung bezogen. Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass sie im Rahmen ihrer Offensive gegen militante Palästinenser in der Gegend operierten. Ein Palästinenser wurde getötet.

Laut palästinensischen Angaben griffen Panzer Sicherheitskräfte der Hamas an, die sich vor einem Gebäude versammelt hatten. Die israelische Armee erklärte, sie habe auf eine Gruppe bewaffneter Männer gefeuert, die Landminen habe legen wollen, dabei ist laut palästinensischen Quellen ein Palästinenser getötet worden.

Bereits Anfang des Monats waren die Streitkräfte in einer einwöchigen Militäraktion in Beit Hanoun gegen Militante vorgegangen. Die palästinensischen Raketenangriffe auf Ziele im Süden Israels wurden damit jedoch nicht eingedämmt.

Entführte Rotkreuzhelfer freigelassen
Am Dienstag hatten wieder hunderte Palästinenser im Gaza-Streifen einen menschlichen Schutzschild zur Abwehr eines israelischen Luftangriffs gebildet. In Beit Hanoun waren bei der israelischen Offensive seit Anfang des Monats mehr als 70 Menschen getötet worden, darunter allein 19 Zivilisten bei einem Angriff auf Wohnhäuser.

Unterdessen wurden zwei im Gaza-Streifen entführte italienische Rotkreuzhelfer wieder freigelassen. Die beiden Männer waren am Dienstag in der Ortschaft Deir el-Balah von Bewaffneten überfallen und verschleppt worden. Das internationale Rote Kreuz stellte daraufhin bis auf weiteres seine Arbeit im Gaza-Streifen ein.