13.04.2017 19:34 |

Streit mit Ukraine

Russland wird nicht am 62. Song Contest teilnehmen

Der 62. Eurovision Song Contest wird ohne Russland über die Bühne gehen. Nach dem Streit mit dem Ausrichterland Ukraine, das der russischen Kandidatin Julia Samoilowa wegen eines Auftritts auf der besetzten Krim die Einreise verweigert hatte, gab Russland am Donnerstag bekannt, den Bewerb nicht zu übertragen und auch keinen anderen Sänger nach Kiew zu schicken.

"Das bedeutet unglücklicherweise, dass Russland nicht länger am heurigen Bewerb teilnehmen kann", teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Abend in einem Statement mit. "Wir verurteilen die Entscheidung der ukrainischen Behörden auf das Schärfste, gegen Julia Samoilowa ein Einreiseverbot auszusprechen, da wir glauben, dass dies die Integrität und den unpolitischen Charakter des Eurovision Song Contests unterläuft und sein Ziel, alle Nationen in einem friedvollen Wettbewerb zusammenzubringen", so Frank Dieter Freiling, Vorsitzender der Eurovision Song Contest Reference Group in einer Stellungnahme am Abend. Dennoch würden die Vorbereitungen in der ukrainischen Hauptstadt unvermindert fortgesetzt.

Russische Kandidaten mit Einreisebann belegt
Die Sängerin Samoilowa, die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt, wurde 2013 als Teilnehmerin einer russischen TV-Show bekannt und sang bei der Eröffnung der Paralympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Im Juni 2015 ist sie in der Stadt Kertsch auf der Krim aufgetreten. Reisen auf die Halbinsel über Russland sind seit der Annexion aber von ukrainischer Seite verboten, weshalb die Ukraine die Russin mit einem Einreisebann belegt und Appelle der EBU ungehört verhallen lassen hat. 

Der Fernsehanstaltenverbund wiederum hatte Russland als Kompromiss vorgeschlagen, ausnahmsweise die eigene Kandidatin via Liveschaltung in den Bewerb zu übertragen oder einen anderen Kandidaten zu nominieren. Dies hatten allerdings sowohl Russland wie auch die Ukraine abgelehnt. 

Demnach werden nun also nur mehr 42 Nationen zwischen 9. und 13. Mai in Kiew gegeneinander antreten. Die beiden Halbfinale des ESC sind am 9. und 11. Mai angesetzt, wobei Österreichs Kandidat Nathan Trent im 2. Semifinale auf Platz 2 um sein Finalticket kämpfen muss - ursprünglich direkt vor Russland. Das Riesenreich hätte Startplatz 3 innegehabt.

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