09.04.2017 00:30 |

"Krone" KULTOUR

Die Hoffnung behält die Oberhand

Ropac zeigt Imran Qureshi: Eine Ausstellung mit erschreckender Aktualität

Dass die Ausstellung in der Galerie Ropac von Imran Qureshi nach dem Anschlag in Stockholm so eine Aktualität bekommt, daran hat wohl niemand zu denken gewagt. Der in Pakistan lebende Künstler setzt sich seit den Anschlägen am 11. September 2001 nämlich mit Terrorismus und seinen verheerenden Auswirkungen auf die Welt und seine Heimat auseinander.

"Seine neuen Werke widmen sich der existenziellen Bedeutung der Schönheit des Lebens und zeigen zugleich die Erschütterung gewaltsamen Sterbens", beschreibt die Galerie, die Imran Qureshi nach Paris nun erstmals auch in Salzburg zeigt, in ihrer Aussendung.

Somit treffen Hoffnung und Verzweiflung direkt aufeinander. Die rote Farbe, die er mittels seinem Körper und seinen Händen auf die großformatigen Leinwände aufträgt, - "So habe ich noch einen intensiveren Kontakt zum Arbeitsprozess" - erinnert, obwohl sie mit Blumen übermalt wurde, zwangsläufig an Blut und offene Wunden.

"Solche Vorfälle wie der in Schweden passieren leider überall auf der Welt, und durch die rasante mediale Verbreitung kann man den Akt des Schreckens nicht ausblenden. Die Blumen, die aus der Farbe meiner Werke erblühen, stehen jedoch für den Wunsch, dass die Menschen trotz allem ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben", so Qureshi, dessen Schaffen durch die Einflüsse der Miniaturmalerei der Mogulzeit des 16. und 17. Jhdts. geprägt ist. Er vereint traditionelle Elemente dieser Zeit, wie die präzisen tonale Farbabstufungen, mit zeitgenössischer abstrakter Malerei.

Dabei werden die schrecklichen und gewaltsamen Stimmungen von einer ruhigen Gelassenheit verhüllt. Seine Miniaturmalerei verlangt schon einen ganz genauen Blick um zu sehen was dahinter steckt. Der Betrachter wird von lieblichen Details wie Blumen oder Vögel in sanften Farbtönen zunächst eingenommen, konzentriert er sich jedoch genauer auf das zentrale Motiv, wie z.B einen Baum, wird ihm schnell klar, das dieses Blutflecken aufweist. "Schönheit, Gewalt, Terror, Angst - all dieses Komponenten werden in meinen Arbeiten vereint. Letztendlich behält aber die Hoffnung die Oberhand."

Tina Laske, Kronen Zeitung

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