Do, 19. Juli 2018

Vier Stunden im Fels

13.10.2016 16:16

Läufer auf der Rax vor Erfrierungstod gerettet

"Die Situation war schon lebensbedrohlich", sagte Alpinpolizist Gerhard Rieglthalner. Vier Stunden saß ein Niederösterreicher Mittwochnacht auf dem Reißtalersteig im Raxgebiet bei Eiseskälte, Sturm und Schnee fest, ehe er gerettet werden konnte. Ein großartiger Einsatz der Bergretter aus Mürzzuschlag, die von dem 39-Jährigen überglücklich und sehr dankbar empfangen wurden.

Ein Lawinenunglück mit drei Toten auf dem Reißtalersteig 1896 führte zur Gründung der ersten Bergrettungsortsstelle der Welt. "Vor wenigen Wochen feierten wir 120-Jahr-Jubiläum. Und dann haben wir genau auf diesem Steig einen Einsatz!" Interessanter Zufall auch für Andreas Wiltschnigg, Einsatzleiter der Bergrettung Mürzzuschlag.

Hochwinterliche Verhältnisse
Ein Läufer aus dem Bezirk Neunkirchen (NÖ) war am Nachmittag vom Preiner Gscheid auf die Heukuppe gelaufen. Um 17 Uhr war er am Gipfel. Da herrschten bereits hochwinterliche Verhältnisse. Am Rückweg verstieg sich der 39-Jährige, rutschte mehrmals aus und saß schließlich nur mit seinem Laufgewand bekleidet in einer Felswand fest.

Nur mehr 31 Grad Körpertemperatur
Herausfordernder Einsatz für die Retter: "Minusgrade, Sturm, Nebel und Schnee, der uns teilweise bis zum Bauch reichte." 300 Meter mussten sich die Bergretter dann zu dem Mann abseilen, der schon völlig unterkühlt war. "Viel länger hätte er vermutlich nicht ausgehalten, er hatte nur mehr 31 Grad Körpertemperatur", sagte Rieglthalner. "Nachdem wir ihn aber aufgewärmt und angezogen hatten, konnte er absteigen."

Die eindringliche Warnung der Experten: "Aufpassen! Auf den Bergen ist schon Winter."

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