21.09.2006 15:11 |

Würgemale am Hals

Menschenrechtlerin offenbar zu Tode gefoltert

In der despotisch regierten zentralasiatischen Republik Turkmenien ist der Tod einer bekannten Menschenrechtlerin in Haft möglicherweise durch Folter verursacht worden. Der Leichnam der 58-jährigen Ogulsapar Muradowa habe bei einer Autopsie Würgemale und schwere Verletzungen aufgewiesen, teilte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf einen Bericht der "Deutschen Welle" mit.

Die Kritikerin des turkmenischen Regimechefs Saparmurat Nijasow war nach offiziellen Angaben Mitte September im Gefängnis gestorben.

Der Bericht führt aus, dass Muradowas Leichnam eine große Wunde am Kopf sowie innere Blutungen an Leber und Niere aufgewiesen habe. Muradowa hatte für die Menschenrechtsorganisation Turkmenistan Helsinki Foundation for Human Rights gearbeitet und war als Korrespondentin von Radio Free Europe/Radio Liberty akkreditiert gewesen. Sie musste eine sechsjährige Gefängnisstrafe wegen angeblichen Munitionsbesitzes verbüßen.

Ein Sprecher des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte hatte sich über den Tod Muradowas "sehr beunruhigt" gezeigt und das turkmenische Regime zu einer "gründlichen und unvoreingenommenen Untersuchung" ihres Todes aufgefordert.

Symbolbild