So, 18. November 2018

Mega-Knalleffekt

12.06.2016 16:41

UEFA droht Russland und England mit EM-Ausschluss!

Mega-Knalleffekt bei der Europameisterschaft: Die UEFA hat den Verbänden von England und Russland mit Sanktionen bishin zum Ausschluss von der laufenden EM in Frankreich gedroht, sollte es noch weitere Ausschreitungen und Vorfälle geben. Unakzeptables Verhalten bei "sogenannten Anhängern", wie die UEFA formulierte, hätte im Fußball keinen Platz. Der Sport müsse davor geschützt werden.

Grundlage ist Artikel 65 der UEFA-Statuten, nach dem das Exekutivkomitee "nach Recht und Billigkeit" entsprechende Strafen verhängen kann. Die Androhung eines EM-Ausschlusses gab es im Jahr 2000 gegen England nach Ausschreitungen in Charleroi/Belgien. Diese mögliche Sanktion ist unabhängig von laufenden Ermittlungen der UEFA-Disziplinarkommission gegen Russland, deren Ergebnis für Dienstag erwartet wird.

Vor dem Gruppe-B-Spiel am Samstagabend zwischen England und Russland in Marseille hatte es massive Ausschreitungen und Verletzte gegeben, eine Person schwebt in Lebensgefahr. Am Ende der Partie (1:1) war es auch im Stadion zu herben Zwischenfällen gekommen, als russische Fans in einen mit englischen Anhängern besetzten Sektor gestürmt waren.

Die UEFA leitete ein Verfahren gegen Russland ein. Die diesbezüglichen möglichen Sanktionen seien unabhängig von etwaigen weiteren, sollten eben weitere Ausschreitungen passieren. Der Kontinentalverband rief beide Verbände dazu auf, ihre Anhänger zu einem verantwortungs- und respektvollen Verhalten aufzurufen. Das Gremium unter dem Kärntner Vorsitzenden Thomas Partl eröffnete am Sonntag ein Verfahren wegen Fanausschreitung, dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern und rassistischen Ausfällen, ein Ergebnis wird für Dienstag erwartet.

Mit Entsetzen und Abscheu reagierten Politiker und die Turnier-Verantwortlichen der UEFA auf die gewalttätigen Ereignisse in Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille mit mindestens 44 Verletzten und zahlreichen Festnahmen, die sogar die große Terrorangst zum EM-Startwochenende in den Hintergrund drängten.

"Diese Art von Verhalten ist völlig inakzeptabel und hat keinen Platz im Fußball", betonte die Europäische Fußball-Union (UEFA) und berief umgehend eine Sondersitzung ihres Exekutivkomitees ein. Die UEFA beschloss Sondermaßnahmen mit mehr Sicherheitskräften in den Stadien schon für die Partien am Sonntag. Bereits beim ebenfalls als Risikospiel eingestuften Match Türkei - Kroatien am Sonntagnachmittag in Pariser Prinzenpark-Stadion waren 1.500 Polizisten im Einsatz.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve verurteilte das Geschehen als "unverantwortliches und mutwilliges Verhalten von Pseudo-Fans". Cazeneuve hat sich für harte Strafen für England und Russland ausgesprochen. "Es ist absolut notwendig, dass die nationalen Verbände, deren Fans für diese Ausschreitungen gesorgt haben, dafür bestraft werden, was im und außerhalb des Stadions passiert ist", sagte der Innenminister. Er wies die neun Host-Citys an, künftig an Spieltagen sowie dem Tag davor in den Spielorten ein Alkoholverbot auszusprechen.

Sicherheitskräfte in der Kritik
Doch auch am rigorosen Verhalten der Sicherheitskräfte gab es Kritik. Der russische Sportminister und FIFA-Funktionär Witali Mutko bemängelte sogar öffentlich die schlechte Organisation im Stadion, wo es augenscheinlich Probleme gab, die Fangruppen zu trennen. Mutko appellierte aber auch an die eigenen Fans und forderte sie zu einem vernünftigen Verhalten auf.

Der englische Fußball-Verband (FA) rief die eigenen Fans ebenfalls auf, Respekt zu zeigen. Die FA hat die Vorfälle von Marseille verurteilt und sieht auch "organisierte russische Gangs" für die Ausschreitungen verantwortlich. "Es war schockierend. Ich habe solche Szenen in einem Fußballstadion seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen", sagte FA-Generalsekretär Martin Glenn in einem Video-Statement. Die britische Regierung hat angeboten, weitere Polizisten zur Unterstützung nach Frankreich zu entsenden.

Die UEFA räumte nun die unzureichende Trennung der Fangruppen ein. Besonders hier sollen die Vorkehrungen mit mehr und intelligenter eingesetzten Stewards verbessert werden. Die Polizei soll aber weiter nur nicht sichtbar in den Arenen bereitstehen. Zu einem möglichen Einsatz von Soldaten äußerte sich die UEFA nicht.

Die schlechte Trennung der Fans bemängelte auch Mutko: "Man muss solche Spiele gut organisieren und die Fans (im Stadion) trennen", sagte der russische Sportminister. An der UEFA-Sondersitzung nahm Mutko aber nicht teil, obwohl er als FIFA-Council-Mitglied dazu berechtigt gewesen wäre.

Russland steht als WM-Gastgeber 2018 besonders im Fokus. Bisher hatten die Funktionäre Fan-Gewalt als Problem im heimischen Fußball zurückgewiesen. "Was hat die WM 2018 damit zu tun?", fragte Mutko nun. Die FIFA betonte indes, dass Russland die Ereignisse in Marseille für sein Sicherheitskonzept berücksichtigen werde.

"Eine Schande"
Die französischen Medien reagierten schockiert. "Die Schande", titelte die Sportzeitung "L'Equipe" am Sonntag. Sie sprach von "Guerillaszenen" in der Mittelmeerstadt. "Am zweiten Tag des Turniers steht die EM schon im Zeichen der Angst", so das Blatt. Die Sonntagsausgabe der Tageszeitung "Le Parisien" sprach von Szenen unerhörter Gewalt: "Trotz des Ausnahmezustands, obwohl jeder wusste, dass die Begegnung zwischen England und Russland explosiv ist, hatte der zweite EM-Tag im alten Hafen Züge von Bürgerkrieg."

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