04.07.2006 09:25 |

Ein Jahr Haft

Lenker rast mit 70 km/h gegen stehendes Auto

Er wollte an diesem Abend gar nicht mehr Auto fahren. Kampftrinken bei einer Geburtstagsfeier mit Freunden war angesagt, und so ging es zu später Stunde zu Fuß nach Hause. Doch dann läutete das Telefon. Ein Einbruch in sein Geschäft, wurde der 34-jährige Kaufmann alarmiert. So stieg er doch noch in seinen Wagen, raste los und übersah ein stehendes Fahrzeug. Die schreckliche Bilanz: zwei Tote und drei Schwerverletzte.

Es war 6.30 Uhr Früh, als an jenem verhängnisvollen 6. Februar ein Ford Fiesta vor einem Zebrastreifen in Mannsdorf an der Donau (NÖ) anhielt. Besetzt war er mit fünf Maurern, die im Schloss Hof Renovierungsarbeiten durchführen sollten. Sekunden später krachte es.

Ein Mercedes war ungebremst mit 70 km/h in den stehenden Fiesta gerast. Jetzt sagt der Lenker, angeklagt wegen fahrlässiger Tötung, in Korneuburg vor Gericht: "Ich hab den Wagen komplett übersehen." Kein Wunder, schließlich hatte der 34-jährige Mann zum Unfallzeitpunkt 1,8 Promille Alkohol im Blut.

So wird es auch erklärbar, dass er sich danach überhaupt nicht um die Verletzten kümmerte, nur Unverständliches murmelte, nach Hause ging und sich wieder ins Bett legte.

"Wie der Einbruch in ihr Geschäft gemeldet wurde, hätte da nicht jemand anderer hinfahren können, Ihre Freundin zum Beispiel?", fragt Richter Bodner. "Nein, die hat keinen Führerschein und ich hatte Sorge um die Firma", entgegnet der Angeklagte. Urteil: ein Jahr Haft.

Peter Grotter, Kronen Zeitung; Foto: Andi Schiel

Dienstag, 31. März 2020
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