Sa, 17. November 2018

Vor Papst-Besuch

11.09.2015 18:41

Amnestie für Tausende Häftlinge in Kuba

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Papst-Besuchs lässt die kubanische Regierung Tausende Gefangene frei. "Anlässlich des Besuchs Seiner Heiligkeit Papst Franziskus hat der Staatsrat der Republik Kuba eingewilligt, 3522 Häftlinge zu begnadigen", berichtete das Parteiorgan der Kommunisten, "Granma", am Freitag. Die in ihrem Ausmaß bisher beispiellose Amnestie gilt allerdings nicht für politische Häftlinge.

Die freizulassenden Häftlinge würden entsprechend ihrer Vergehen, ihres Verhaltens im Gefängnis, der Dauer ihrer Strafe und nach gesundheitlichen Aspekten ausgewählt, hieß es in der Zeitung der Kommunistischen Partei weiter. Freikommen sollen unter anderem Häftlinge über 60 oder unter 20 Jahren ohne Vorstrafen, chronisch Kranke und Ausländer, deren Heimatstaaten einer Abschiebung zustimmen. Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, Drogenhändler, Gewalttäter und politische Häftlinge bleiben hingegen hinter Gittern.

Amnestien vor Papst-Besuchen in Kuba üblich
Die Amnestie ist beispiellos seit der Revolution von 1959 auf Kuba und gilt als Geste des guten Willens. Sie soll binnen 72 Stunden umgesetzt werden. Papst Franziskus will die Karibikinsel vom 19. bis zum 22. September besuchen. Amnestien gab es bereits im Zuge von Besuchen der Päpste Benedikt XVI. im Jahr 2012 sowie Johannes Paul II. im Jahr 1998. Damals kamen allerdings deutlich weniger Häftlinge frei.

Nach Jahren starker Spannungen hatten sich die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den kubanischen Behörden seit Ende der 90er-Jahre verbessert. In jüngster Zeit vermittelte der Vatikan die historische Wiederannäherung zwischen dem kommunistischen Inselstaat und den USA nach jahrzehntelanger Eiszeit.

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