10.03.2003 17:16 |

Abseits-Streit

Wiener Derby geht weiter - mit hitzigen Köpfen

Zu einem Derby gehören Emotionen. So soll es sein, zumindest am Platz, und so war es denn auch am Sonntag beim Wiener Derby. Die vom TV entlarvte Abseitsstellung bei Rapids Führungstreffer kostete Trainer Daum jedoch nur ein Lächeln, Sportdirektor Svetits nahm’s mit stoischer Ruhe zur Kenntnis. 16 Punkte Vorsprung in der Tabelle beruhigen. Nicht aber Austria-Fan Andreas Rudas, der sich gebärdete, als hätten die Schiedsrichter eben Austrias Meistertitel verhindert.
Wie es der Zufall so will, kamen just in demAugenblick, als der ORF in "Sport am Sonntag" die Abseitsstellungaufdeckte, die vier Schiedsrichter im Pressebereich des Hanappi-Stadionsvorbei. Dort verfolgte unter anderem Magna-Sprecher Rudas dieSendung, knöpfte sich aber bald die Unparteiischen vor. Wildgestikulierend erklärte der Austria-Fan den Schiedsrichterndie Abseits-Regel, erinnerte die vier zudem noch an weitere Schnitzer.Peter Svetits konnte die Aufregung mit dem Vize-Präsidentennicht ganz teilen.
 
Vulkan Herzog
Noch um einiges wütender reagierte Andreas Herzog.Nicht auf die Abseitsstellung freilich, sondern auf seine Auswechslungkurz vor Schluss. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Nur noch ein "Lucky-Shot"kann diese Partie entscheiden. Der Kapitän war heiß,wie ein Vulkan kurz vor der Eruption. Die Frage war: Wird's derSiegestreffer oder eine Rote Karte? Josef Hickersberger aber entschied,dieses Rätsel auf seine Weise zu lösen und nahm den100fachen Teamspieler vom Platz. Also brach der Vulkan am Wegin die Kabine aus. Wutentbrannt schmiss Herzog seine Kapitänsbindeauf den Boden, schrie seinem Trainer noch ein paar weniger netteWorte entgegen und verschwand.
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