Sa, 18. August 2018

Friedlicher Protest

30.04.2015 14:16

"Moonwalk" gegen Polizeigewalt in Baltimore

Brennende Autos, Steine gegen Polizisten, Verletzte und Festnahmen: Die Proteste gegen Polizeigewalt in den USA sind am Montag erneut gewaltsam ausgeartet. Diesmal in Baltimore, wo um den 25-jährigen Freddie Gray getrauert wurde. Der Schwarze war bei seiner Festnahme vor rund zwei Wochen so schwer am Rückenmark verletzt worden, dass er eine Woche später starb. Die Wut unter der schwarzen Bevölkerung in Baltimore ist groß - doch auch friedlicher Protest ist möglich, wie Dmitri Reeves zeigt. Er tanzte während der Straßenkämpfe zu den Klängen von Michael Jacksons Hit "Beat it".

Reeves ist in Baltimore ein bekannter Sänger und Entertainer, der auf Straßenkreuzungen für gute Unterhaltung sorgt und dabei Erinnerungen an den verstorbenen "King of Pop" wach werden lässt. Doch es geht ihm nicht nur um Spaß allein. Ironischerweise hat er am Höhepunkt der Ausschreitungen in Baltimore den Jackson-Song "Beat It" gewählt, um auf die Sinnlosigkeit der Gewalt auf beiden Seiten hinzuweisen.

"Hatten genug Gewalt auf der Straße"
"Ich will Frieden auf die Straße bringen, denn ich denke, dass wir genug Gewalt hatten", begründete Reeves in einem Interview mit dem Nachrichtensender "Russia Today" seinen Auftritt. "Ich werde weiterhin tanzen und singen. Auch wenn ich nur ein kleiner Tropfen in einem Meer bin, hoffe ich, dass ich damit ein wenig in der Welt verändern kann."

Auf die Frage, ob er glaube, dass die Straßenkämpfe in Baltimore und anderen Städten der USA noch lange andauern würden, meinte der Performer: "Wir müssen durch die Hölle gehen, damit wir in den Himmel kommen. Es wird noch ein langer Weg sein." Und tatsächlich sieht es derzeit nicht so aus, dass die Proteste bald ein Ende nehmen würden. Vielmehr haben sie sich seit Montag auch auf andere Städte ausgebreitet.

Demos auch in anderen Metropolen
In New York drückten am Mittwoch Hunderte Menschen bei einer Demonstration ihre Solidarität mit den Bürgern von Baltimore aus, dabei wurden mehr als 60 Demonstranten festgenommen. In Boston nahmen an einem Protestmarsch mehr als 500 Demonstranten teil. Auch in der Hauptstadt Washington, in Chicago sowie in Minneapolis kam es zu Demonstrationen.

In Baltimore selbst zeigen indes die die nächtliche Ausgangssperre und die Postierung von Nationalgardisten Wirkung. Wie der Nachrichtensender CNN nach Beginn der Ausgangsperre am Mittwochabend berichtete, waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Die meisten der Demonstranten hätten die Straßen verlassen, hieß es.

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