Mo, 20. August 2018

Gas-Deal mit Moskau

19.04.2015 08:50

Athen bestätigt Milliardengeschäft mit Russland

Die griechische Regierung will in der kommenden Woche ein Energieabkommen mit Russland unterzeichnen, das dem pleitebedrohten Staat bis zu fünf Milliarden Euro einbringen soll. "Am Dienstag wird in Athen mit einer hochrangigen russischen Delegation ein Vertrag unterzeichnet", sagte ein Vertreter aus griechischen Verhandlungskreisen am Samstag in Athen der Nachrichtenagentur AFP.

Das Abkommen werde die Finanzierungsbedingungen für die Verlängerung der geplanten Gaspipeline "Turkish Stream" bis nach Griechenland sowie die dafür fälligen Gebühren festlegen, hieß es. Moskau dürfte sich damit einen ungehinderten Gastransit auf längere Zeit sichern wollen. Ein Kreml-Sprecher hatte allerdings zuvor erklärt, es gebe kein Abkommen. Beim Moskau-Besuch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras in der vergangenen Woche habe Russland "keine Finanzhilfe versprochen - ganz einfach, weil niemand danach gefragt hat".

Laut "Spiegel Online" will Moskau Athen im Zusammenhang mit dem Pipeline-Projekt zwischen drei und fünf Milliarden Euro im Voraus zahlen. Der Vorschuss solle erst ab 2019 erstattet werden müssen, wenn Gas durch die Leitung fließt und Griechenland dafür Transitgebühren kassiert. Der griechische Verhandlungsvertreter bestätigte AFP, ein Vorschuss in ähnlicher Höhe wie genannt sei vorgesehen, "nach einer kurzen Frist, in den kommenden Monaten".

Russische Milliarden verschaffen Griechen Verschnaufpause
Hinter der geplanten Pipeline "Turkish Stream", die russisches Gas durch die Türkei nach Europa leiten soll, stehen noch etliche Fragezeichen. Sollte ein Abkommen zwischen Athen und Moskau tatsächlich zustande kommen, könnte es Griechenland im Schuldenstreit mit den Euro-Partnern zumindest eine Verschnaufpause ermöglichen. Das Land steht derzeit in zunehmend angespannten Verhandlungen mit Europa und dem IWF über die Freigabe weiterer Rettungskredite.

Die Fronten zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern hatten sich zuletzt verhärtet. Zuletzt hatte die Dreiergruppe aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfond (IWF) und EU-Kommission die noch fälligen Hilfen aus den Hilfsprogrammen von 7,2 Milliarden Euro auf Eis gelegt. Die Mittel sollen erst freigegeben werden, wenn Athen eine konkrete Liste von Reformen vorlegt und diese auch umsetzt.

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