Nach „Störung“

Ukraine meldet bessere Starlink-Verbindung

Außenpolitik
15.10.2026 07:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hat US-Präsident Donald Trump wegen der heftigen ukrainischen Kritik an seinem Diesel-Deal mit Russland den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink in der Ukraine einschränken lassen und auch die Weitergabe von Satellitendaten an Kiew bezüglich russischer Angriffe gestoppt? Die Vorwürfe aus dem Kriegsland wiegen schwer. Washington streitet alles ab. Mittlerweile ist die Verbindung mit Starlink aber offenbar wieder hergestellt.

Das ukrainische Verteidigungsministerium meldete am späten Mittwochabend eine Verbesserung der Verbindungen. „Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben“, hatte zuvor der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan erklärt. Der Präsident bezeichnete die Störung des Dienstes als „großen Fehler“. „Ich hoffe wirklich, dass es sich um einen Fehler handelt, vielleicht um ein größeres technisches Problem. Ich weiß es nicht, aber wir fordern, dass der Dienst wiederhergestellt wird“, sagte Selenskyj auf die Frage, welche Botschaft er an Firmenchef Elon Musk richten wolle. Ausschnitte aus Morgans Interview des ukrainischen Staatschefs wurden im Internet veröffentlicht.

Satellitennetz für Drohnensteuerung essenziell
Das von Musks Unternehmen SpaceX betriebene Satellitennetz spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front. So werden unter anderem auch Angriffs- bzw. Abfangdrohnen mithilfe der Satelliten gesteuert. In der Nacht zum Mittwoch war Starlink nach Angaben des Technologieberaters des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, stark eingeschränkt. Dies habe ukrainische Angriffe scheitern lassen, erklärte Beskrestnow.

Eine Starlink-Antenne an der ukrainischen Front
Eine Starlink-Antenne an der ukrainischen Front(Bild: APA/AFP/Yasuyoshi CHIBA)

Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter warf den USA gegenüber AFP vor, die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt zu haben. Warum das System nicht wie gewohnt funktionierte, war zunächst unklar. Der Tech-Multimilliardär Musk hat seine Haltung zur Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 mehrfach geändert.

Musk: US-Regierung dafür verantwortlich
Musk machte am Mittwoch die US-Regierung für die mutmaßliche Einschränkung der Satellitenkommunikation verantwortlich. „Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert“, erklärte Musk in seinem Onlinedienst X. „Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werden vom US-Militär und letztlich vom POTUS (Präsidenten der Vereinigten Staaten) entschieden“, betonte Musk. Der Tech-Milliardär unterschied zwischen dem Starshield-System, auf das die Ukraine für die Gefechtskommunikation angewiesen ist, und Starlink, das die Ukraine ebenfalls nutzt.

„Starlink ist auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und darf nicht für offensive militärische Einsätze genutzt werden, da dies für ein kommerzielles Unternehmen unangemessen wäre“, erklärte Musk. Beide Systeme wurden von Musks Unternehmen SpaceX entwickelt.

NATO-Chef: Geheimdienstinfos werden weiterhin ausgetauscht
Ein US-Regierungsvertreter bestritt eine Änderung von Washingtons Haltung zum Austausch von Geheimdienstinformationen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte verwies auf Trumps Zusicherung, dass der Austausch weitergehe. Auch die EU sah „keine Anzeichen“ für einen Stopp.

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