Wifo/IHS-Prognose

Wirtschaft: Erholung trotz Energiepreisschub

Wirtschaft
14.10.2026 11:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die wegen des Kriegs im Nahen Osten anhaltend hohen Preise für Energie setzten der österreichischen Wirtschaft zwar zu, trotzdem zeichnet sich für 2026 eine leichte Erholung ab. Wie die Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS am Mittwoch bestätigen, haben sich die Prognosen für das heutige Jahr bei 0,9 bzw. 0,8 Prozent BIP-Wachstum eingependelt. Weiterhin hoch bleibt demnach auch die Inflation.

Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg dürfte die heimische Wirtschaft nach einer kurzen Schwächephase in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder Fahrt aufnehmen, schreibt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner aktuellen Konjunkturprognose. „Dafür sprechen das resiliente außenwirtschaftliche Umfeld sowie die deutliche Stimmungsaufhellung in der Industrie“, heißt es darin weiter. Deshalb werde an den im Juni erstellten Prognosen für das reale BIP für heuer und das kommende Jahr festgehalten.

Wirtschaft „auf zaghaftem Erholungskurs“
Ähnlich beurteilt das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) die Lage. Trotz des neuerlichen Energiepreisschubs sieht es die heimische Wirtschaft weiter auf einem „zaghaften Erholungskurs“. Wachstumsträger für 2026 ist demnach die Industrie. Der private Konsum dürfte aufgrund der gesunkenen Reallöhne hingegen nur schwach weiter wachsen. Für 2027 sind die Ökonomen optimistischer als noch im Juni und erhöhten ihre Wachstumsprognose um 0,2 Prozentpunkte. Die Impulse aus der Außenwirtschaft dürften dann die Binnennachfrage stärker ankurbeln, so das Wifo.

Kein Durchatmen bei der Inflation
Die Wirtschaftsforscher hoben ihre Inflationsprognosen teils deutlich an. Der Iran blockiert seit Beginn des Kriegs Ende Februar den Verkehr in der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge von Hormuz. Dadurch verteuerten sich Rohöl, Erdgas und Strom deutlich. Dieser Preisanstieg hält laut den Wirtschaftsforschern länger an als im Sommer angenommen. Das Wifo rechnet deshalb nun heuer mit einer Inflation von 3,3 statt 3,2 Prozent und 2027 mit 2,6 statt 2,4 Prozent. Das IHS prognostiziert heuer 3,1 statt 3,0 Prozent und 2027 2,8 statt 2,3 Prozent.

„Damit entwickelt sich die Inflation in Österreich im Gleichklang mit jener im Euroraum-Durchschnitt (3,0 bzw. 2,7 Prozent)“, schreibt das IHS. Allerdings liegt die Inflation damit weiterhin deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent.

Arbeitslosenzahlen sinken nur langsam
Die schwache Wirtschaftsentwicklung in den vergangenen Jahren schlug merkbar auf den Arbeitsmarkt durch. Seit Frühjahr 2023 steigen die Arbeitslosenzahlen. Für heuer rechnen beide Institute mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent. Das Wifo führt den Anstieg unter anderem auf die Zunahme des Arbeitskräfteangebots durch Zuwanderung zurück. Da der Arbeitsmarkt erst mit Verzögerung auf die Konjunktur reagiert, dürfte die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr nur langsam zurückgehen. Das Wifo erwartet für 2027 eine Quote von 7,3 Prozent, das IHS mit 7,4 Prozent.

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