Der Innsbrucker Gemeinderat setzt sich am Donnerstag mit dem Bericht des Stadtrechnungshofes über das grüne Prestigeprojekt Bogen 40 auseinander. An kritischen Anmerkungen wird kein Mangel herrschen, wurden doch bereits 300.000 Euro Steuergeld investiert – für 21 Monate Leerstand. Zumindest könnte die Mietersuche nun beendet sein.
Am Donnerstag debattiert der Innsbrucker Gemeinderat den geplanten Test-Center für Start-ups im Innsbrucker Bogenlokal. Wie berichtet, hat die Stadt den Bogen 40 um teures Geld (rund 1900 Euro pro Monat) von den ÖBB angemietet, um mehr als 227.000 Euro saniert und versucht nun seit 21 Monaten, einen Jungunternehmer zu finden, der bereit ist, die rund 1000 Euro monatliche Miete für 90 Quadratmeter zu berappen. Am 30. September ist ein weiterer „Open Call“ abgelaufen.
Keine Bedarfsanalyse im Vorfeld
Aus Sicht des Stadtrechnungshofes ist das Projektziel, nämlich die Förderung der Start-up-Szene in Innsbruck, „grundsätzlich nicht zu beanstanden“. Angesichts der geringen Anzahl an interessierten Nutzern, wie das „erfolglos durchgeführte ,Open-Call’-Verfahren“ zeigte, sei dies jedoch kritisch zu sehen. „Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass Vertreter des regionalen Start-up-Ökosystems bereits vor der Interessentensuche empfohlen hatten, die tatsächliche Nachfrage sowie die Rahmenbedingungen noch direkt bei der Zielgruppe zu evaluieren.“
Zweckmäßigkeit prüfen, Kosten vermeiden
Der Rechnungshof empfiehlt zu prüfen, „ob das Projekt in seiner derzeitigen Form noch zweckmäßig ist oder eine Ausschreibung unter abgeänderten Rahmenbedingungen sinnvoller wäre“. Um weitere Leerstandskosten zu vermeiden, sollte gegebenenfalls eine Zwischennutzung angestrebt werden.
Acht Interessenten mit Nutzungskonzepten
Bis jetzt sind neben rund 40.000 Euro Miet- auch Planungs- und Umbaukosten angefallen, in Summe rund 300.000 Euro. Der Rechnungshof bemängelt das Fehlen einer Projektleitung. Laut dem Büro BM Johannes Anzengruber gibt es nach dem zweiten Aufruf acht Interessenten. Der Wirtschaftsausschuss prüft nun deren Nutzungskonzepte. Die Vergabe ist auf ein Jahr geplant.
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