Mo, 18. Juni 2018

Schwarzer in NY tot

04.12.2014 06:44

Erneut keine Anklage nach tödlichem Polizeieinsatz

Erneut muss sich ein weißer Polizist in den USA nicht für den Tod eines Afroamerikaners unter zweifelhaften Umständen verantworten. Eine Grand Jury in New York verzichtete Medienberichten zufolge am Mittwoch auf eine Anklage gegen einen Polizeibeamten, der einen schwarzen Familienvater bei einer Festnahme in den Würgegriff genommen hatte.

Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass die Beweise für eine Fortsetzung des Strafverfahrens nicht ausreichten. Der 43-jährige Eric Garner war Mitte Juli im New Yorker Stadtteil Staten Island von mehreren weißen Polizisten niedergerungen worden, die ihn des illegalen Zigarettenverkaufs verdächtigten. Auf einem Amateurvideo ist zu sehen, wie ihn einer der Beamten im Würgegriff hält. Der unter Asthma leidende, übergewichtige Mann beschwert sich in dem Video mehrmals, dass er keine Luft mehr bekomme. Dann verliert er das Bewusstsein. Im Krankenhaus wurde der sechsfache Vater dann für tot erklärt.

"Keine Gerechtigkeit, kein Frieden": Demos nach Urteil
Unmittelbar nach der Entscheidung kam es in New York zu Demonstrationen mit Hunderten wütenden Menschen. "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", riefen die Menschen, die sich unter anderem am belebten Times Square und am Rockefeller Center versammelten. Die New Yorker Polizei nahm mindestens 30 Menschen fest, darunter Demonstranten, die versuchten, sich auf die Straßen zu setzen. Proteste gab es auch in Harlem und in Staten Island - dem Stadtteil, in dem Garner gestorben war. Auch in Washington gab es kleinere friedliche Proteste.

Obama: Amerikanisches Problem, keines von Schwarzen
US-Präsident Barack Obama sagte zu der Entscheidung, es gebe "zu viele Beispiele" dafür, dass sich Menschen nicht fair behandelt fühlten. "Manchmal kann das ein Missverständnis sein, aber manchmal ist es Realität." Dies sei ein amerikanisches Problem, kein Problem von Schwarzen.

Eine ähnliche Entscheidung hatte in der US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri kürzlich für schwere Krawalle gesorgt. Dort hatte ein weißer Polizist im August einen schwarzen Jugendlichen erschossen - auch in diesem Fall hatte sich eine Grand Jury gegen eine Anklage entschieden.

Justizminister Holder kündigt nationale Ermittlung an
Im nunmehrigen Fall kündigte Justizminister Holder eine nationale Ermittlung an. Nachdem die Untersuchungen vor Ort abgeschlossen seien, solle nun auf Bundesebene geprüft werden, ob im Todesfall Garner Bürgerrechte verletzt worden seien, sagte Holder am Mittwoch vor Journalisten. Er versprach eine "unabhängige, tiefgründige, gerechte und schnelle" Untersuchung.

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