„Flugabwehr Priorität“

EU genehmigt weitere Rüstungshilfe für die Ukraine

Außenpolitik
24.08.2026 18:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die EU hat am Montag weitere 6,1 Milliarden Euro aus ihrem Darlehen für die Ukraine freigegeben. Die Verteidigung des Landes müsse angesichts von 376 russischen Raketenangriffen allein im Juli „dringend“ gestärkt werden, teilte die EU-Kommission mit.

Insgesamt ist ein Kredit in der Höhe von 90 Milliarden Euro vorgesehen, 60 Milliarden davon sind Militärhilfe. Der Kredit wird in mehreren Tranchen ausbezahlt, soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes ermöglichen und sie vor der Staatspleite bewahren. Die Militärhilfe sei für Luftabwehrsysteme, Lenkwaffen, Munition und Radarsysteme bestimmt, hieß es. Der Großteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.

„Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen“, sagte EU-Ratspräsident António Costa. In den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert. „Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt“, sagte Costa. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre.

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Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt.

EU-Ratspräsident António Costa

EU-Ratspräsident António Costa
EU-Ratspräsident António Costa(Bild: AFP/TETIANA DZHAFAROVA)

Das sicherten Norwegen und Finnland zu
Die norwegische Regierung sicherte der Ukraine für 2027 weitere Finanzhilfen in der Höhe von 85 Milliarden norwegischen Kronen (umgerechnet 7,8 Milliarden Euro) zu. Die Summe sei für militärische sowie humanitäre Zwecke vorgesehen, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Sonntag bei einem Besuch in Kiew. Die finnische Regierung sagte Kiew unterdessen eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von unbemannten Systemen zu. Geplant sei unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Überwasserschiffe, hieß es.

„Priorität hat die Flugabwehr“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Ratspräsident António Costa, dem britischen Premierminister Andy Burnham und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb in Kiew. An einer Sitzung der Koalition der Willigen hatten auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron per Videoschaltung teilgenommen.

Gesprochen wurde unter anderem auch über mögliche Friedensverhandlungen mit dem Kreml. „Es gibt bei vielen Staats- und Regierungschefs Skepsis dahingehend, dass Putin zu irgendwelchen Verhandlungen bereit ist“, sagte Selenskyj. Laut ihm strebt die Ukraine weiterhin ein Ende des Kriegs an, ist jedoch nicht bereit, bedingungslos aufzugeben.

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