Weltmeister Lando Norris hat den vorerst letzten Grand Prix der Niederlande gewonnen. Der McLaren-Fahrer triumphierte in Zandvoort vor den beiden Mercedes-Piloten Andrea Kimi Antonelli und George Russell. Einen Tag zum Vergessen erlebte Max Verstappen, der Lokalmatador schrottete seinen Red-Bull-Boliden in der ersten Runde.
Für Norris war es nach dem Triumph in Ungarn unmittelbar vor der fast vierwöchigen Sommerpause der zweite Grand-Prix-Erfolg hintereinander. „Der Kampf geht weiter“, funkte der britische Titelverteidiger zufrieden an die Box, sein Rückstand als WM-Vierter beträgt nun 83 Punkte. „Ich bin superglücklich, einfach schön, das letzte Rennen in Zandvoort zu gewinnen. Es war ein gutes Rennen, gute Kämpfe“, sagte Norris nach seinem 13. GP-Sieg.
Russell nach Teamorder versöhnlich
Antonelli baute an der Spitze seinen Vorsprung aus, der Italiener liegt nun 59 Zähler vor Russell und Lewis Hamilton. „Es war ein intensives Rennen“, sagte der 19-Jährige. Es sei schön gewesen, in der Anfangsphase die Führung zu übernehmen. „Aber dann hatte ich nicht mehr das richtige Gefühl, ich bin viel herumgerutscht.“
Das Ergebnis:
Russell gab sich versöhnlich, nachdem er Antonelli kurz vor Schluss auch wegen einer Teamorder hatte ziehen lassen müssen. „Ich freue mich, dass ich auf dem Podium stehe. Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Kimi wäre ohnehin vor mir gewesen mit den neuen Reifen, es war die richtige Entscheidung des Teams. Es war insgesamt ein starkes Wochenende von mir, ich bin zufrieden.“
Rekordweltmeister Hamilton musste sich nach etwas Pech am Rennende mit dem vierten Platz begnügen, knapp vor seinem Ferrari-Kollegen Charles Leclerc. Vorjahressieger Oscar Piastri kam im zweiten McLaren nicht über den sechsten Rang hinaus. Ein Erfolgserlebnis feierte der spanische Routinier Fernando Alonso, der seinen verbesserten Aston Martin auf den neunten Platz steuerte.
Heftiger Verstappen-Crash
Verstappen hingegen erlebte vor der „Orange-Army“ ein letztes Heimrennen zum Vergessen. Der Lokalmatador krachte bei feuchten Bedingungen am Ende der ersten Runde in die Streckenbegrenzung. Der Zandvoort-Sieger von 2021, 2022 und 2023 gab aber gleich Entwarnung, nachdem er seinen Boliden auf Position sieben liegend in der Steilkurve vor der Start-Ziel-Geraden verloren hatte. „Ich bin okay“, funkte der Vierfach-Weltmeister, der leicht erkrankt an den Start gegangen war. Sein Interims-Teamkollege Liam Lawson, der im Red Bull den am Handgelenk verletzten Isack Hadjar vertrat, wurde Siebenter.
Vor dem Start hatte es auf dem Dünenkurs direkt an der Nordsee-Küste phasenweise geregnet. Alle Teams entschieden sich trotz feuchter Flecken auf der Strecke für die schnelleren Trockenreifen. Beim Start, der in Zandvoort wegen der wenigen Überholmöglichkeiten eine besonders hohe Bedeutung hat, verteidigte Pole-Setter Norris seine Spitzenposition vor dem Mercedes-Duo Antonelli und Russell. Beim zweiten stehenden Start nach einer halbstündigen Unterbrechung ging Antonelli an Norris vorbei, Russell fiel hinter Piastri auf Rang vier zurück.
Grip-Probleme bei Antonelli
Russell holte sich seine Position mit einem frühen Boxenstopp wieder zurück. Piastri hatte erst Pech mit einem langsamen Reifenwechsel, dann rutschte er auch noch hinter das Ferrari-Duo zurück. In Runde 41 von 72 fuhr Spitzenreiter Antonelli zum zweiten Boxenstopp, Norris hatte den Teenager immer mehr unter Druck gesetzt. „Ich habe keinen Grip“, funkte Antonelli wenig später.
Mercedes kam mit dem härtesten Reifensatz nicht zurecht – Norris nutzte die Schwäche und ging in der 54. Runde mit einem mutigen Manöver an Antonelli vorbei. Dann sorgte ein virtuelles Safety Car für zusätzliche Spannung: Norris blieb draußen, Antonelli wechselte auf den schnellsten Reifensatz und fiel hinter dem auf einem gebrauchten Reifensatz fahrenden Russell zurück. Sechs Runden vor Rennende ließ Russell seinen Stallkollegen und WM-Rivalen nach einer Teamorder etwas widerwillig vorbei, obwohl Antonelli keine Chancen mehr auf den Sieg hatte.
Russell musste sich in der Folge gegen die heranstürmenden Ferraris wehren und hatte Glück, dass Hamilton unmittelbar vor einem möglichen Überholmanöver von einem weiteren virtuellen Safety Car ausgebremst wurde. Weiter geht es in zwei Wochen mit dem Rennen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza, wo Lokalmatador Antonelli wegen eines geplanten Motorenwechsels mit einer Startplatzstrafe in den Grand Prix gehen wird.
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