10.02.2006 13:18 |

Wettskandal

Gretzky weist Vorwürfe zurück

Kanadas Eishockey-Idol Wayne Gretzky hat alle Vorwürfe wegen einer möglichen Verwicklung in den Wettskandal um seinen Freund und Co-Trainer Rick Tocchet zurückgewiesen. "Ich habe nichts Falsches getan. Ich werde weiter die Phoenix Coyotes trainieren und am Sonntag nach Italien reisen. Ich werde beim Team Kanada sein", sagte Gretzky nach der 1:5-Heimniederlage der Coyotes gegen die Dallas Stars in Phoenix.

Gretzky wird in Turin erneut als Mannschaftsleiter von Olympiasieger Kanada fungieren, der am kommenden Donnerstag zweiter deutscher Gegner ist.

Er reagierte mit seinem knappen Kommentar auf Berichte, wonach er mit Phoenix-Assistenztrainer Tocchet vor der Aufdeckung der Wettgeschäfte durch die Polizei des US-Bundesstaates New Jersey telefoniert haben soll. Angeblich soll es darum gegangen sein, wie Gretzkys Ehefrau Janet Jones aus dem Skandal um Millionen-Wetten auf Football- und Basketballspiele heraus gehalten werden könne.

Ehefrau stellt sich vor Gretzky
Seine Ehefrau betonte in einer Erklärung, sie habe niemals für ihren Mann Wetten platziert. "Mein Ehemann wettet nur gelegentlich auf Pferderennen", hieß es in ihrer Mitteilung. Ihr Sprecher fügte hinzu, Gretzkys Frau werde möglicherweise als Zeugin aussagen müssen, habe aber nicht gegen Gesetze verstoßen und arbeite mit den Behörden zusammen. Tocchet und andere Mitglieder des Wettrings, dem Kontakte zum organisierten Verbrechen nachgesagt werden, sollen offiziellen Informationen zufolge am 21. Februar angeklagt werden.

Mittlerweile hat sich sogar Kanadas Premierminister Stephen Harper eingeschaltet. Auf die Frage, ob Gretzky nach Turin fliegen solle, antwortete Harper in Ottawa: "Ich bin sicher, dass er uns da drüben stolz machen wird."

Komplizierte Rechtslage
Wie die Polizei aus New Jersey mitteilte, sei das normale Platzieren einer Wette über Dritte an sich legal. Anklage werde aber gegen Mittelsmänner erhoben, die gewerbsmäßig für andere wetteten und an den Gewinnen teilhaben würden. Zwischen dem 29. Dezember und dem vorigen Sonntag - dem Tag des Super-Bowl-Endspiels - seien Wetten im Wert von 1,7 Millionen Dollar über den Wettring platziert worden, dem Ex-NHL-Profi Tocchet angehören soll. Als mutmaßlicher Drahtzieher gilt ein Polizist aus New Jersey.

Dopingfall bei Montreal Canadiens
Derweil muss die NHL mit weiteren Negativschlagzeilen fertig werden. Bei Torhüter Jose Theodore von den Montréal Canadiens wurde eine positive Dopingprobe genommen. Grund ist laut Theodore ein Haarwuchsmittel, das er seit acht oder neun Jahren benutzt und ihm verschrieben wird. Das Mittel kann den Gebrauch anaboler Steroide verschleiern und steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA). NHL-Vizepräsident Bill Daly erklärte, Theodore müsse nicht mit einer Strafe rechnen, weil er den Gebrauch angegeben habe. WADA-Chef Richard Pound hatte am Donnerstag in Turin die aus seiner Sicht viel zu laschen Dopingkontrollen der NHL erneut kritisiert.

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