8. Juli 2014

Schwede in Favela erschossen – WM nur Nebensache

Sport
08.07.2014 09:15
"Schwede in Favela Vidigal erschossen“ - die Überschrift in der "Rio Times" ließ mich nichts Gutes ahnen. Denn am 14. Juni hatte ich in der Favela Vidigal noch einen Schweden besucht: Mille Ballai, der gemeinsam mit dem Österreicher Andreas Wielend die Casa Alto Vidigal betreibt.

Lange hatte ich mit Ballai, dessen Eltern aus dem Iran stammen, über Gott und die Welt gesprochen: Über Helsingborg, seine Heimatstadt in Schweden, über Henrik Larsson, den Superstar aus Helsingborg, den er persönlich kannte. Über Rio und die Favela Vidigal, deren Flair ihn faszinierte, die er liebte - und die für ihn nun zum Verhängnis wurde...

Meine Befürchtungen wurden nämlich beim Weiterlesen in der "Rio Times" wahr: "Der Tote heißt Mille Ballai". Laut Polizei wurde er in der Casa Alto Vidigal tot aufgefunden, der Mörder hatte ihm in den Hinterkopf geschossen. Motiv? Unklar, einen Raubmord schloss man aber aus, da im Zimmer zwei Handys, ein Computer und 7000 US-Dollar in bar gefunden worden waren.

Beim Schreiben dieser Zeilen bekomme ich wieder Gänsehaut. Zum Abschied hatte Mallai damals gesagt: "Du kannst ruhig durch die Favela zurück zur Hauptstraße gehen. Wäre es nicht sicher, würde ich dir dies nicht sagen." Jetzt ist Mille tot - erschossen in seiner "friedlichen" Favela.

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