„Krone“-Kolumnist Reinfried Herbst schwärmt von der selektiven Kurssetzung des österreichischen Slalom-Trainers Robert „Mo“ Füss, wünscht sich in Zukunft wieder mehr solch herausfordernde Läufe. Aber sagt auch: Für die Österreicher ist es aktuell egal, wie gesetzt ist.
Der Slalom in Madonna am Mittwoch hat einen Sieger: Robert „Mo“ Füss! Der von ihm gesetzte Lauf war so, wie ein Slalom ausschauen sollte. Weg von den Kinderläufen, wo alle nur voll andrücken, Technik und Hirn (fast) keine Rolle mehr spielen. Sondern ein Lauf, wo die Athleten endlich auch wieder geistig beansprucht werden, es Kombinationen, Tempowechsel und skifahrerische Herausforderungen gibt – das ist sehr erfrischend, auch für die TV-Zuschauer.
Da wurde ich fast an die Zeiten des kroatischen Trainer-Fuchses Ante Kostelic zurückerinnert. Der hat uns damals zum Denken gebracht: Wo kann ich voll attackieren, wo muss ich taktieren? Und wie fahre ich diese Kombination am besten? Geil, so stelle ich mir Slalomsport vor. Ich wünsche mir, dass es öfter solche Läufe gibt. Dann trennt sich auch die Spreu vom Weizen, picken nicht alle, auch die technisch Limitierteren, auf einer Sekunde zusammen.
Ich finde es super, dass viele Nationen vorne dabei sind. Aber es schauen aktuell zu oft alle Fahrer gleich aus – die Zuschauer sollten sofort erkennen, wer die Allerbesten sind. Das sportliche Können muss wieder mehr im Fokus stehen als das gewisse Hundertstelglück bei Bolzerläufen.
Für uns Österreicher ist es derzeit leider egal, wie gesetzt ist, wir brauchen wieder das nötige Selbstvertrauen. Da helfen gute Teil- oder Trainingszeiten nicht. Und auch nicht, und davon bin ich überzeugt, dass das Können grundsätzlich vorhanden ist. Selbstverständlichkeit und der freie Kopf kommen nur durch Top-Ergebnisse. Dann kommt auch der nötige Killerinstinkt zurück.
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