Nur 10 Olympia-Plätze?

Ski-Herren droht kleinstes Aufgebot seit 32 Jahren

Ski Alpin
08.01.2026 06:30

Österreichs Ski-Herren drohen heuer mit dem kleinsten Aufgebot seit 1994 zu den Olympischen Winterspielen anzureisen – aktuell hält man nur bei 10 der in den vergangenen Auflagen üblichen elf Startplätzen. „Das wäre sicher nicht ideal“, meint Christian Mitter, Sportlicher Leiter Alpin. Die „Krone“ erklärt das komplizierte Prozedere.

Wir wollen keine Ausreden suchen, nicht über das System jammern – aber das sind die Fakten …“. Ja, neben dem sportlichen Alltag hat Christian Mitter, Sportlicher Leiter Alpin, laufend den Olympia-Qualifikationsmodus im Blick. Der ihm Sorgen bereitet. Denn Stand heute hat der ÖSV nur zehn Herren-Startplätze für die in 29 Tagen beginnenden Winterspiele – so wenig wie seit 1994 nicht mehr. Weil der Sport breiter wird, mehr kleinere Nationen in den Vordergrund rücken ...

Der Reihe nach: Über die D1-Quote hat jede Nation, die zumindest einen FIS-Athleten stellt, einen Startplatz fix. Folgt D2: Stellt eine Nation Top-30-Läufer im Weltcup, gibt es maximal zwei Startplätze zusätzlich. Was selbstverständlich auf die großen Nationen wie Österreich oder die Schweiz zutrifft. Aber etwa auch auf Belgien. Und Brasilien. „Die Brasilianer haben dank Lucas Braathen, der in Slalom und Riesentorlauf Top 30 ist, drei Olympia-Startplätze“, erklärt Mitter, ehe er auf die D3-Quote eingeht: „Ab jetzt wird’s kompliziert ...“

Dank Lucas Pinheiro Braathen hat Brasilien drei Olympia-Startplätze.
Dank Lucas Pinheiro Braathen hat Brasilien drei Olympia-Startplätze.(Bild: GEPA)

Zunächst wird geschaut, wie viele der insgesamt 153 Startplätze schon über die D1- und D2-Quote vergeben sind, dazu eine „Olympic Allocation List“ erstellt. Für diese werden die fünf besten Resultate der einzelnen Athleten in zwei Disziplinen zwischen Juli 2024 und Jänner 2026 herangezogen. Marco Odermatt liegt da auf Platz eins – womit er der Schweiz einen Olympiaplatz mehr sichert. Selbiges gilt für die folgenden Athleten. Bis zu Platz 49, denn dort liegt der Cut! „Der ist heuer so hoch wie nie“, meint Mitter. Sieben Österreicher sind in den Top 49 – samt den Plätzen aus D1 und D2 sind das also zehn Startplätze für die heimischen Herren.

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„Es wird so sein, dass Top-30-Weltcupfahrer zu Hause bleiben und stattdessen Leute mitfahren, die mit Startnummer 131 kommen und 15 Sekunden verlieren …“

Christian Mitter

Bei den Damen liegt der Cut weiter oben, wären rein von den Punkten her „knapp 40 Österreicherinnen qualifiziert“, meint Mitter. Das Maximum liegt pro Nation bei 11. Bei den Herren stellt das aktuell nur die Schweiz, bei den Damen die Schweiz, USA, Italien und Österreich. Mitter: „Früher wurden Herren und Damen addiert, so hätten wir auch heuer die Maximalquote von 22 erreicht. Das haben sie geändert.“ Mitter hofft: „Es ist noch nicht alles dahin, es gibt noch Rennen.“

Marco Schwarz hat sein Olympia-Ticket sicher.
Marco Schwarz hat sein Olympia-Ticket sicher.(Bild: AP/Alessandro Trovati)

Kurios übrigens, Stefan Brennsteiner ist in der Allocation-Liste nur 112., sichert Österreich so trotz seiner starken Saison keinen zusätzlichen Olympia-Platz. „Weil er nur im Riesentorlauf Punkte hat. Das ist eine Lehre, wir brauchen mehr Zwei-Disziplinen-Fahrer“, nickt Mitter.

Deadline 25. Jänner
Der kein politisches Thema aufmachen will, eine große Breite im Weltcup befürwortet. Aber dennoch anregt: „Es wird so sein, dass Top-30-Weltcupfahrer zu Hause bleiben, Leute mitfahren, die mit Startnummer 131 kommen und 15 Sekunden verlieren …“ Stattdessen könnte es nun gar so weit kommen, dass Österreich weniger Spezialisten mitnehmen kann – und somit das eigentliche Kontingent von vier Startplätzen in Abfahrt und/oder Slalom nicht voll auffüllen wird (können). 

Fakt ist: Noch darf der ÖSV hoffen. Dass der elfte Herren-Platz aus eigener Kraft gelingt. Oder kleinere Nationen ihr Kontingent nicht brauchen. Sollte dies der Fall sein, wäre Österreich die erste Nation, die nachrückt. Mitter: „Wir würden es auch mit zehn schaffen, aber ideal ist es nicht.“ Das finale Aufgebot muss er am 25. Jänner einreichen. Also nach Kitzbühel, vor Schladming und Crans Montana. Verletzt sich danach einer, ist nur mit Vorlegung eines Attests ein Nachnominieren möglich. 

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