"Krone"-Befragung

Klares Nein zu Fuzo-Plänen auf Mariahilfer Straße

Österreich
22.11.2013 17:00
Absolut klar ist das - vorläufige - Ergebnis der großen "Krone"-Bürgerbefragung zur Neugestaltung der Wiener Mariahilfer Straße: Noch bevor die letzten Stimmzettel in der Redaktion eingetroffen sind, wurde bereits am Freitag die 30.000er-Marke überschritten! Die breite Mehrheit hat sich dabei gegen die bisher präsentierten Fuzo-Pläne ausgesprochen. Die Stadtpolitiker reagierten unterschiedlich auf das Ergebnis.

Als einziger Parteichef wollte Michael Häupl keine Stellungnahme zur "Krone"-Befragung in puncto Mariahilfer Straße abgeben. Im Gemeinderat argumentierte er jedenfalls für eine Fußgängerzone. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou spricht von einem klaren Ergebnis: "Ich werde weiter auf die Menschen zugehen, ihnen zuhören. Wir müssen auch mehr informieren."

"Die Sehnsucht der Menschen nach Mitbestimmung bei großen Projekten ist groß. Eine rasche, Wien-weite Volksbefragung muss sofort stattfinden", zeigt sich Johann Gudenus von der FPÖ überzeugt. In dieselbe Kerbe schlägt auch Manfred Juraczka von der ÖVP: "Die Mauer zwischen 6. und 7. Bezirk - also das Modell Vassilakou - liegt in Trümmern. Jetzt muss so rasch wie möglich eine offizielle Befragung gemacht werden."

Kommentar von Richard Schmitt: Auftrag der "Krone"-Leser
Nein, diese gewaltige Beteiligung war so wirklich nicht zu erwarten: In nur 14 Tagen stimmten 31.816 "Krone"-Leser darüber ab, wie die Mariahilfer Straße in Zukunft aussehen könnte, wie eine der wichtigsten Einkaufsstraßen Europas funktionieren soll.

Und das Ergebnis der Befragung ist eindeutig: Wenn die bisher von Rot-Grün beworbenen Umbaupläne samt seltsamen Begegnungszonen, versperrten Querungen, verlegten Buslinien und einer Rennstrecke für undisziplinierte Radler nur 1.232 Befürworter finden, dann lässt das kaum zu, genau an diesem Projekt weiter festzuhalten.

Der Auftrag ist sonnenklar, selbst wenn vonseiten der SPÖ und den Grünen herumgegrantelt wird, dass "hauptsächlich nur ÖVP- und FPÖ-Mitglieder" bei der "Krone"-Umfrage mitgemacht hätten. Eine Aussage, die offenbar das Engagement jedes einzelnen der 31.816 Befragungs-Teilnehmer abqualifizieren soll. (Übrigens: Die "Krone" hätte natürlich auch die Stimmzettel von SPÖ-Mitgliedern und von Wiens Grünen keinesfalls zurückgeschickt.)

Maria Vassilakou, die dauerkritisierte Planungsstadträtin, könnte das Voting-Ergebnis nun als Chance sehen, massive Korrekturen zu beginnen. Zwei, drei Behübschungen allein werden nicht reichen. Vassilakou und auch Bürgermeister Michael Häupl könnten nun zeigen, dass sie die Meinung Tausender Wiener ernst nehmen: Eine gewaltige Mehrheit will einen radikalen Neustart beim Projekt Mariahilfer Straße - oder sonst lieber die alte "Mahü". Der Auftrag der "Krone"-Leser sollte zu schaffen sein.

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