Eh schon wissen: Helmut Qualtingers „Travnicek“ meinte mit den „Gscherten in Pelz“ die Lappen und nicht die Finnen. Aber Polarkreis ist Polarkreis, und Skandinavien bleibt Skandinavien. Und der Besuch unseres Präsidenten in Helsinki bei seinem Amtskollegen Alexander Stubb erinnert ein wenig an die legendäre Nordland-Reise des Herrn Travnicek. „Wenn ihn das Reisebüro nicht vermittelt hätt.“
Dabei ging es nämlich auch um die Neutralität, also um einen konstitutiven Teil der österreichischen Identität. Dies deshalb, da Finnland ja erst unlängst diese Neutralität abgeschafft hat und der NATO beigetreten ist.
EINERSEITS ist Finnlands Schritt verständlich: Jahrhundertelang unter der russischen Knute, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Reich Wladimir Putins, ist die Sorge vor einer neuerlichen russischen Expansion mehr als berechtigt.
ANDERERSEITS hätte unser Bundespräsident Österreichs Neutralität doch ein wenig energischer verteidigen können. Auf das Argument seines finnischen Amtskollegen Stubb, den Finnen sei die Neutralität nur von den Sowjets aufgezwungen worden – durchaus eine Parallele zu Österreich –, hätte er doch darauf hinweisen können, dass die große Mehrheit der Österreicher absolut für die Aufrechterhaltung unserer „immerwährenden Neutralität“ steht. Ganz im Gegensatz zu den Finnen, die nach Aussage ihres Präsidenten mit der Aufgabe der Neutralität keinen großen Verlust empfinden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.