30.07.2013 15:29 |

Gegengeschäfte

Erste Erfolge der Justiz im Eurofighter-Krimi

Die Staatsanwaltschaft steht vor einem Durchbruch bei den Ermittlungen zu den mutmaßlich nur erfundenen Eurofighter-Gegengeschäften: Insider nennen bereits einen konkreten großen Fall, in dem ein Betrug klar sei. Die Finanzpolizei in Rom sowie die Eurofighter-Task-Force im Wirtschaftsministerium liefern den Ermittlern wichtige Informationen.

Dass über diesen so bedeutenden Fall - immerhin käme es bei einem Urteil zu einer Rückabwicklung des Zwei-Milliarden-Geschäfts mit der Firma Eurofighter - seit fast einem Jahr geschwiegen wird, habe "sehr gute Gründe", meint ein Insider: "Die Ermittler finden und erhalten immer mehr Beweise dafür, dass viele der Gegengeschäfte tatsächlich nur Scheingeschäfte waren. Das entwickelt sich gut. Auch das Team von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner leistet dabei wichtige Arbeit."

Im Wirtschaftsministerium wird die enge Kooperation mit der Justiz nur zögerlich bestätigt. Die Ermittlungsarbeit sei nämlich gar nicht so einfach: Immerhin sind im Ministerium auch noch Beamte tätig, die einst sämtliche Eurofighter-Gegengeschäfte als "gültig" abgezeichnet und auf jene berühmte Liste gesetzt haben, mit der die ÖVP den Jet-Kauf als "gutes Geschäft" für Österreich verkauft hat.

Belastende E-Mails in Italien gefunden
Wertvolle Informationen zum Eurofighter-Krimi habe nun auch die Finanzpolizei in Rom geliefert, sagt Peter Pilz von den Grünen: "Bei einigen Firmen hat sich der Verdacht erhärtet, da fanden sich auch bei Hausdurchsuchungen wichtige Hinweise, etwa E-Mails."

Konkret belastet sei auch ein Bekleidungshersteller in Vicenza: Das Unternehmen hat ein "Gegengeschäft" um 62 Millionen Euro mit seiner eigenen Niederlassung in Wöllersdorf in Niederösterreich abgeschlossen. Vermittelt wurde dies von der Firma Alenia, die wiederum zum Rüstungskonzern EADS gehört.

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