„Krone“-Kino-Kritik

„Like A Complete Unknown”: Spannendes Dylan-Biopic

Unterhaltung
26.02.2025 20:00

Der 19-jährige Bob Dylan (Timothée Chalamet) landet mit seiner Gitarre in New York. Ein Rebell, ein Genie – darüber scheiden sich die Geister. Doch als er 1965 beim Newport Folk Festival mit der E-Gitarre loslegt, ist klar: Die Musikwelt erlebt eine Zeitenwende! Lesen Sie hier unsere Kino-Kritik zu „Like A Complete Unknown“, einem spannenden Musik-Drama mit Hollywoodstar Timothée Chalamet als Bob Dylan. 

Er hat seinem Idol zu Ehren einen Song geschrieben, und den spielt er nun auf seiner mitgebrachten Gitarre in einer Klinik in New Jersey. Er, das ist der 19-jährige Bob Dylan (Timothée Chalamet) – und das hospitalisierte Wrack ist die Folklegende Woody Guthrie (Scoot McNairy). Auch dessen Wegbegleiter Pete Seeger (Edward Norton) ist da, und er nimmt den obdachlosen Jungspund mit der lakonisch schnarrenden Stimme unter seine Fittiche.

Der Oscar-Nominierte Timothée Chalamet als Bob Dylan in „Like A Complete Unknown“.
Der Oscar-Nominierte Timothée Chalamet als Bob Dylan in „Like A Complete Unknown“.(Bild: The Walt Disney Comp. Austria)
Jung, talentiert, rebellisch und eingebildet. Bob Dylan (Timothée Chalamet).
Jung, talentiert, rebellisch und eingebildet. Bob Dylan (Timothée Chalamet).(Bild: The Walt Disney Comp. Austria)

Seine Hoffnung, Dylan könnte zu einer Art Messias des kultigen Folk werden, wird der eigenwillige Barde enttäuschen, spätestens beim Newport Folk Festival, wo er in einem Akt ultimativer Selbstermächtigung zur E-Gitarre greift und soundstark mit „Like a Rolling Stone“ seine Fans brüskiert.

Auch seine Jugendlieben, im Film eine von Suze Rotolo inspirierte Studentin (Elle Fanning) und seine On-Off-Muse Joan Baez (Monica Barbara) bekommen Dylans libertäre Kompromisslosigkeit zu spüren, nach dem Motto: „It Ain’t Me, Babe“! 

Einen wie ihn zu imitieren, seinen individualistischen Geist gar nachzuempfinden, ist ein immenses Wagnis, wohnt dem Status eines Idols ja quasi die Verweigerung einer Vereinnahmung inne. Regisseur Mangold konzentriert sich unbeeindruckt davon auf die frühen, den Sänger Bob Dylan formenden 1960er-Jahre. Und wie sein Protagonist Chalamet, selbst ein Hipster und alles andere als complete unknown, den intellektuellen Popstar der Boomer-Generation anlegt und gleichzeitig die heutige zu Protest neigende Generation Z elektrisiert, das hat schon was.

Auch er, Chalamet, einer der sich treu bleibt. Und der sich mit manischer Akribie in Rollen verbeißt. Und so weiß er in Sachen Mimik, Intonation, ja auch Gesang zu überzeugen. Und er überträgt sein Stilbewusstsein locker nonchalant auf die Sixties-Ikone im charmanten Secondhand-Fucked-up-Look. Was ihm nun schon seine zweite Oscar-nominierung einbrachte. Bob, der Echte, ließ wissen: „Timmy’s a brillant actor.“

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