Nach der endgültigen Abkoppelung der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen vom russischen Stromnetz ruft der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj die anderen europäischen Länder zu noch mehr Energieunabhängigkeit von Russland auf. „Das ist der Weg, den wir alle in Europa gehen müssen – wir alle auf dem Kontinent“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner abendlichen Videoansprache.
Das gelte vor allem für die Länder Mitteleuropas, die noch Verträge mit Russland haben. „Wir müssen mehr mit Amerika zusammenarbeiten – LNG-Gas, Öl, wir müssen mehr mit unseren Partnern in den Nachbarländern der Europäischen Union, in dieser Region, zusammenarbeiten, um die notwendige Energie zu importieren.“
Als Alternative zu Russland als Energielieferant empfahl Selenskyj die Länder im Kaukasus, im Nahen Osten und Nordafrika. „Je weniger die Europäer von Russland abhängig sind, desto eher können wir verlässliche Sicherheit für alle in Europa garantieren.“ Die Ukraine hatte zu Jahresbeginn den Erdgas-Transit aus Russland nach Europa abgeschaltet.
„Druck auf russische Tanker erhöhen“
Gemeinsam mit der EU müsse auch Druck auf die Versuche Russlands ausgeübt werden, seine Tanker und Flotte „gegen uns, gegen ganz Europa einzusetzen“. Die Ukraine habe den Sanktionsdruck auch auf die Kapitäne der Schiffe der russischen Schattenflotte ausgeweitet. „Dies sollte auf europäischer Ebene unterstützt werden – die Europäische Union sollte sich diesen Sanktionen im Energiesektor anschließen“, forderte Selenskyj.
„Ende des Ukraine-Krieges 2025 möglich“
Ein Ende des Krieges in der Ukraine noch in diesem Jahr wäre nach Meinung von Präsident Selenskyj „unter gewissen Voraussetzungen“ durchaus möglich. Dazu gehörten unter anderem Sicherheitsgarantien für die Ukraine und stärkere Sanktionen gegen Russland, erklärte Selenskyj in einem Interview des britischen Senders ITV News, das in Auszügen von ukrainischen Medien verbreitet wurde.
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