Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat im Erdgasstreit den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen eingeladen. Dabei könnten technische Lösungen für die Erdgasdurchleitung erörtert werden, hieß es.
Ficos Büro veröffentlichte am Montag einen offenen Brief an Selenskyj, in dem ein Treffen in der Slowakei nahe der ukrainischen Grenze vorgeschlagen wurde. „OK, komm‘ dann am Freitag nach Kiew“, reagierte Selenskyj mit einer Gegeneinladung auf der Plattform X. Diese verfasste er auf Englisch.
Wie berichtet, war ein Transitvertrag zwischen den Kriegsparteien Russland und der Ukraine zum Jahresende ausgelaufen. Damit kamen am Neujahrstag die russischen Erdgasexporte über die Pipelines durch die Ukraine zum Erliegen. Auch die Slowakei ist betroffen. Der Schritt war aber erwartet worden, die meisten EU-Staaten einschließlich der Slowakei versorgen sich aus anderen Quellen wie mit Flüssigerdgas (LNG) aus den USA.
Hier sehen Sie den offenen Brief Ficos und die Antwort Selenskyjs.
Zusätzliche Gebühren für Slowakei
Fico kritisiert jedoch, dass sein Land seine eigenen Transiteinnahmen verliere und zusätzliche Gebühren zahlen müsse. Aufgrund des höheren Erdgaspreises im vergangenen Jahr seien Europa Kosten in Milliardenhöhe entstanden. Der Ministerpräsident strebt eine Wiederaufnahme der Lieferungen an und will die Beziehungen seines Landes zu Russland verbessern. Die Slowakei hat ihre Militärhilfe für die Ukraine bereits eingestellt.
Der Preis für europäisches Erdgas hat den Abwärtstrend seit Jahresbeginn vorerst gestoppt. Am Montagvormittag wurde der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas zeitweise bei 47,49 Euro je Megawattstunde gehandelt. Gründe für den Anstieg sind laut Beobachterinnen und Beobachtern das unsichere Angebot und die Aussicht auf eine höhere Nachfrage wegen der aktuellen Kälteperiode.
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