Finanzielle Hilfe

Warum Tierheime nun selbst als Spender auftreten

Niederösterreich
12.12.2024 16:00

Normalerweise sind die Tierheime selbst auf finanzielle Hilfe angewiesen, nun übergeben sie jedoch einen Scheck. Sie unterstützen damit private Einrichtungen, die ihnen wiederum wichtige Arbeit abnehmen. Und sie hoffen auf ein „Weihnachtsgeschenk“ von Politiker und Firmen.

Die acht Tierheime des NÖ Tierschutzverbands helfen nämlich privaten Initiativen, die sich um unkastrierte Streuner kümmern und damit heimisches Katzenelend reduzieren. Denn die Halter von Freigängerkatzen wären zwar seit 20 Jahren verpflichtet, diese zu kastrieren, das Gesetz ist aber zu lasch, wird kritisiert. „Man kann Tierhalter ja nur in die Pflicht nehmen, wenn Katzen einem Besitzer eindeutig zugeordnet werden können. Ohne parallele Chippflicht bei Katzen existiert die Kastrationsverpflichtung leider nur auf dem Papier“, kritisiert Andrea Specht, Präsidentin des NÖ Tierschutzverbandes die Gesetzeslage.

Kaum noch zu stemmen
Die Folgen ungehinderter Vermehrung tragen die Tierheime, die oft insgesamt mit etwa 600 bis 700 Katzen überbelegt sind. „Kitten aus dem ländlichen Raum sind meist krank, leiden unter Parasiten, eitrigem Ausfluss, Katzenschnupfen oder Folgen an den Folgen von Inzucht. Zur Not der Unterbringung kommen also noch enorme Tierarztkosten, die unsere Tierheime kaum noch stemmen können“, weiß Specht.

Die Pflege der Streuner ist oft mit hohen Tierarztkosten verbunden.
Die Pflege der Streuner ist oft mit hohen Tierarztkosten verbunden.(Bild: NÖ Tierschutzverband)

Um möglichst viele Freigängerkatzen zu kastrieren, arbeiten die Heime mit privaten Initiativen zusammen. Diese opfern oft ihre gesamte Freizeit und Eigenmittel, um sich um verwahrloste, streunende Katzen zu kümmern. „Ohne deren Engagement könnten wir unsere Arbeit nicht bewältigen. Die ehrenamtlichen Tierschützer fangen Katzen, pflegen sie gesund und sorgen für deren Kastration“, erklärt Specht.

25.000 Euro aus dem Budget
Dafür erhalten sie aber keine öffentlichen Förderungen. Daher haben die Tierheime Baden, Bruck, Brunn, Dechanthof, Krems, St. Pölten, Ternitz und Wiener Neustadt beschlossen, ihnen selbst 25.000 Euro aus ihrem eingeschränkten Budget zu überreichen. Specht hofft jedoch zusätzlich auf tierfreundliche Politiker, Unternehmer oder Privatpersonen: „Es wäre ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk, wenn wir den Betrag verdoppeln und dadurch gemeinsam noch mehr armen Streunerkatzen helfen können.“

Auch die Tierheime freuen sich über finanzielle Unterstützung:
Spendenkonto AT25 2025 6000 0091 2147

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