Mitten im ersten Covid-Lockdown gründeten fünf Tennengauer Freunde die Corona Pass. Jetzt wohnen die Männer sogar zusammen – herzlich willkommen in der Salzburger Krampus-WG!
Die Idee stammt von ihren Ehefrauen. „Ihr kommt’s eh bloß zum Schnarchen und Stinken heim“, bekamen die Mitglieder der St. Kolomaner Corona Pass stets zu hören, wenn sie von ihren Hausbesuchen – verkleidet aus Krampus und Nikolaus – nach Hause kamen. „Eigentlich könnt’s gleich auswärts schlafen“, gaben die Gattinnen ihren Liebsten gleich noch mit auf den Weg.
Gesagt, getan! Die fünf Tennengauer Wolfgang Göllner, Sebastian Fiedler, Hannes Schorn, Andreas Waldmann und Hannes Klabacher ließen sich nicht zweimal bitten und gründeten flugs ihre eigene Krampus-WG. „Ich vermiete in St. Koloman ein Ferienhaus, da nisten wir uns immer zwischen 4. und 6. Dezember ein“, lacht Waldmann. Vorm Schnarchen des jeweils anderen muss sich auch keiner fürchten – jeder Krampus hat sein eigenes Schlafzimmer. „Wir haben eine gute Zeit zusammen, das ist wie Urlaub“, grinsen die fünf Männer.
Die Corona-Kramperl brauchen keine Läufe
Die Freunde haben sich mitten im ersten Covid-Lockdown zusammen getan. Krampus- und Perchtenläufe waren damals verboten – so beschloss man den alten Brauch der Hausbesuche wieder aufleben zu lassen. „Passenderweise haben wir uns dann Corona Pass genannt“, sagt Fiedler. Rund um den Nikolaustag ziehen die „Covid-Krampusse“ in St. Koloman von Haus zu Haus. „Den Leuten taugt es, wir können gar alle Anfragen wahrnehmen.“ Bei ihren Besuchen sammeln die Tennengauer Spenden für die Aktion „St. Koloman hilft“. In den vergangenen vier Jahren kamen so knapp 3000 Euro zusammen.
Auf Krampuskränzchen oder Läufen kann man die Mannen der Corona Pass hingegen nicht antreffen. „Das hat mit Brauchtum kaum mehr was tun, wir brauchen das nicht“, betonen die Fünf unisono. Und: „Da bleiben wir lieber in unserer WG.“
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