Ein britischer Kampfbomber stürzte kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Adnet ab. Soldat Fred Cole überlebte den Abschuss. Jetzt besuchten seine Angehörige den Tennengau – auf den Tag genau 80 Jahre nach der Kriegstragödie. . .
Bis zu seinem Tod hat Fred Cole so gut wie nie über den 25. April 1945 gesprochen. An jenem Tag bestieg der britische Soldat zusammen mit sechs Kameraden der Royal Air Force einen Kampfflieger. Ihre Mission: Bombardierung des Quartiers von Adolf Hitler am Obersalzberg. Die Operation schlug fehl, Nazi-Soldaten schossen den britischen Flieger über dem Rossfeld ab. Die Lancaster LM 756 stürzte in Adnet ab – Flugingenieur Cole und zwei weitere Crewmitglieder überlebten den Abschuss unversehrt.
Neffe von Absturzopfer ist mittlerweile selbst Soldat
Seit 2015 steht an der Absturzstelle ein Denkmal. Auf den Tag genau 80 Jahre nach dem Kriegsunglück traf man sich am Freitag hier erneut zu einer Gedenkfeier – unter den Teilnehmern auch Angehörige von Fred Cole. „Mein Opa wäre sehr stolz“, meinte Enkel Jim Aucott-Hall mit Tränen in den Augen. „Es ist wirklich berührend, hier zu sein. Zuhause habe ich selbst ein Wrackteil des Fliegers von 1945“, sagte er. David Cole ist der Neffe von Flugingenieur Fred Cole. Wie sein Onkel steht auch er im Dienst der Royal Air Force. „Und das seit 42 Jahren“, schmunzelte der Brite. Ob sein Onkel mit seinem beruflichen Werdegang einverstanden war? „Darüber haben wir eigentlich nie gesprochen“, meinte er. Die Feier am Adneter Spumberg sei jedenfalls „ein Zeichen, dass wir alle in dauerhaftem Frieden leben wollen.“
Initiiert hatte den Festakt der Adneter Ortschef Wolfgang Auer (ÖVP). Er erforscht seit Jahren die Hintergründe des Unglücks, fand die Angehörigen. In seiner Rede am Freitag strich er das Motto des Festakts hervor: „80 Jahre Kriegsende – Aus Feinden wurden Freunde.“
Dem konnte sich auch David Cole nur anschließen: „Es berührt mich immer wieder, wie nett die Menschen in Adnet sind. Hier ist es jedes Mal aufs Neue einfach wunderbar.“
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