Der Kindberger Bürgermeister will einst wild umfehdetes Flüchtlingsheim einer neuen Nutzung zuführen. Bund muss noch zwei weitere Jahre Mietkosten an Grazer Immobiliengesellschaft zahlen.
Viel Lärm um nichts: In knapp zwei Wochen steht das Asylheim Kindberg nun also wieder leer. Wie berichtet, wurde zeitgerecht vor der steirischen Landtagswahl am 24. November zu Beginn dieser Woche von ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler und seinem Vize Anton Lang (SPÖ) freudig verkündet, dass das Haus aufgrund sinkender Asylanträge geschlossen wird.
„Familien waren freundlich“
Die Aufregung im Vorfeld war riesig (die ersten Flüchtlinge zogen im Februar 2023 ein), allen voran die FPÖ machte gegen die Einrichtung mobil. Negative Erfahrungen hätte man jedoch über all die Monate nicht gemacht, resümiert Bürgermeister Christian Sander – im Gegenteil: „Die Familien waren freundlich, haben gegrüßt, die Mütter waren sehr stolz, dass ihre Kinder bei uns zur Schule gehen können“, sagt der Stadtchef im Gespräch mit der „Krone“.
Wie geht es nun aber weiter mit dem geschichtsträchtigen Haus mit seinen etwa 10.000 Quadratmetern Nutzfläche, das die LIG (Landesimmobiliengesellschaft) einst an die Grazer Immobiliengesellschaft Imvea veräußert hat? „Geht es nach mir, würde hier ein Lehrlingsheim implementiert werden“, sagt Sander.
Tatsache ist, dass die betreibende Bundesbetreuungsagentur (BBU) noch weitere zwei Jahre Miete bezahlen muss. Für die betroffenen Mitarbeiter wurden laut Sprecher Thomas Fussenegger „individuelle Lösungen erarbeitet und ein Sozialplan in Kraft gesetzt“. Die Betriebswäscherei bleibt aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bis zum Ablauf des Mietvertrages in Betrieb.
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