Immer öfter werden Eltern von ihren erwachsenen Kindern in Psychotherapien angeprangert. Der renommierte deutsche Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer spricht gar von einer „Dämonisierung von Eltern als Massensport“. Was seiner Meinung nach schiefläuft.
Die Psychologie als Wissenschaft unseres Erlebens und Verhaltens begegnet uns im Alltag überall. Doch die Therapiesprache wird heute inflationär verwendet. Wenn der Partner das Geschirr nicht abwäscht, fühlt man sich „getriggert“. Tatsächlich bedeutet „getriggert sein“ aber, dass sich Menschen nach einem Traumaerlebnis durch einen Auslöser in den schrecklichen Gefühlszustand zurückversetzt fühlen. Freunde erzählen, sie seien „traumatisiert“ oder stecken in „toxischen Beziehungen“ fest. Verfolgt man soziale Medien, scheint gar jeder Zweite narzisstisch oder „neurodivergent“ zu sein.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.