Immer mehr Menschen können sich das Leben nicht mehr leisten. Mit den Sonnenmärkten setzt das Burgenland auf ein österreichweit einzigartiges Modell zur Armutsbekämpfung.
Das Burgenland hat seit Jahren die niedrigste Armutsgefährdungsquote aller österreichischen Bundesländer. Für Landesrat Leonhard Scheemann „das Ergebnis einer umsichtigen Politik“. Eine wirkungsvolle Maßnahme gegen soziale Ausgrenzung setzte man seitens des Landes vor drei Jahren auch mit der Eröffnung des ersten Sonnenmarkts samt Sonnencafé in Oberwart.
Flächendeckende Versorgung im ganzen Land
Mittlerweile ist das Modell zur Armutsbekämpfung flächendeckend auf das ganze Land ausgerollt worden. Betrieben werden die Standorte im Nordburgenland von „Soogut“, im Mittel- und Südburgenland von der Volkshilfe.
Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde das Projekt auch von der FH Burgenland. „Die Studie unterstreiche die Notwendigkeit der Sonnenmärkte“, sagt Studiengangsleiter Manfred Tauchner. Das Durchschnittsalter der Kunden liege aktuell bei 54 Jahren. Doch es würden auch viele Mindestpensionisten profitieren, so Tauchner. Durch die Teuerung und die hohe Inflation sind immer mehr Menschen auf die günstige Einkaufsmöglichkeit angewiesen.
1800 Menschen sind berechtigt, um in den Sonnemärkten einzukaufen
Im Burgenland gibt es aktuell rund 1800 Personen, die anspruchsberechtigt sind, in den Sonnenmärkten einzukaufen und deren monatliches Nettoeinkommen weniger als 1.572 Euro als Einzelperson oder 2.358 Euro in einem Zweipersonenhaushalt beträgt. Mehr als zwei Drittel davon sind österreichische Staatsbürger.
Fast 200.000 Einkäufe in drei Jahren
Dass die Märkte stark frequentiert sind, belegt auch die Einkaufsstatistik. „Insgesamt waren es rund 99.000 Einkäufe, die in den Sonnenmärkten inklusive Schatzgruben von Oberpullendorf bis Güssing getätigt wurden“, bilanziert Volkshilfe-Präsidentin Verena Dunst. Ähnlich auch im Norden, wo man bislang um die 88.000 Einkäufe verbuchen konnte. Mit dem Modell habe man bewiesen, dass das Burgenland bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Menschen, die nicht so viel Geld haben, auch die Würde zurückzugeben, betont Soogut-Geschäftsführer Wolfgang Brillmann.
Die Sonnenmärkte als wertvoller Arbeitgeber
Darüber hinaus wurden die Sonnenmärkte auch zu einem Arbeitgeber für rund 30 Mitarbeiter. „Dazu kommen 85 ehrenamtliche Mitarbeiter, die rund 26.000 Arbeitsstunden leisten und damit zum Erfolg beitragen“, so Landesrat Leonhard Schneemann.
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