Zwei Italiener, Vater und Sohn, sind angeklagt, weil sie 2020 auf einer US-Website manipulierte Pornovideos mit dem Gesicht der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni anstelle der Darstellerinnen veröffentlichten. Bei dem Prozess sagte Meloni am Dienstag als Zeugin per Videokonferenz aus.
„Ich habe Anzeige erstattet, weil ich das Geschehene für unerträglich halte. Ich setze mich jeden Tag für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ein und muss mit gutem Beispiel vorangehen und gegen diejenigen vorgehen, die Unrecht tun“, sagte Meloni in ihrer Antwort an die Staatsanwältin Maria Paola Asara, wie italienische Medien berichteten.
Meloni will Strafen verschärfen
Meloni betonte, ihre Regierung wolle die Strafen für Vergehen dieser Art verschärfen. „Mit künstlicher Intelligenz wird es bald unmöglich sein, zu verstehen, was wahr ist und was nicht. Wir müssen bei der Verantwortung des Einzelnen ansetzen“, sagte die Premierministerin.
100.000 Euro Entschädigung gefordert
Bei dem Verfahren forderte Melonis Anwältin Maria Giulia Marongiu eine Entschädigung von 100.000 Euro. Sollte die Regierungschefin den Betrag zugesprochen bekommen, will sie diesen einem Fonds zugunsten von Gewaltopfern spenden, der beim Innenministerium eingerichtet wurde.
Richterin Monia Adami vertagte das Verfahren in der Stadt Sassari auf Sardinien auf Februar 2025. Weitere Zeugen der Anklage sollen vernommen werden.
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