Tod dauerte 6 Minuten
Zweite Hinrichtung mit Stickstoff in den USA
In den USA wurde erneut ein Häftling mittels Stickstoffgas hingerichtet – es ist das zweite Mal, dass diese höchst umstrittene Methode zum Einsatz kam. Eine Augenzeugin berichtete, dass Alan Miller etwa sechs Minuten nach Luft gerungen hätte, bevor er starb.
Die Hinrichtung per Stickstoff wird von Kritikern, wie den Vereinten Nationen, als Folter bezeichnet: Bei der ersten Hinrichtung mit diesem Gas in den USA im Jänner des heurigen Jahres dauerte es fast eine halbe Stunde, bevor der Häftling Kenneth Smith für tot erklärt wurde.
Reporterin: „Lief nicht so, wie versprochen“
Auch im aktuellen Fall im US-Bundesstaat Alabama scheint der verurteilte Straftäter länger mit dem Tod gerungen haben. Eine Reporterin, die bei der Hinrichtung dabei war, erklärte auf X: „Auch hier verlief es nicht so, wie die Staatsbeamten es versprochen hatten. Miller wehrte sich sichtlich etwa zwei Minuten lang, zitterte und zerrte an seinen Fesseln. Die nächsten fünf bis sechs Minuten verbrachte er damit, immer wieder nach Luft zu schnappen.“
Hier schildert die Journalistin Lauren Gill ihre Beobachtungen während der Exekution:
Der Stickstoff wurde dem 59-Jährigen mit ihm über eine Gesichtsmaske zugeführt. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel. Die USA hatten nach neuen Hinrichtungsmethoden gesucht, da viele Pharmaunternehmen sich weigern, die Medikamente, die bei der Hinrichtung durch die Giftspritze angewendet werden, zur Verfügung zu stellen.
Alan Miller war wegen der Tötung von drei Arbeitskollegen im Jahr 1999 zum Tode verurteilt worden. Er sollte bereits im September 2022 hingerichtet werden: Der Versuch wurde schließlich in letzter Minute wegen Problemen bei der Verabreichung der Giftspritze abgebrochen.
Weitere Hinrichtung in Oklahoma per Giftspritze
Ein weiteres Todesurteil wurde am Donnerstag im US-Staat Oklahoma vollstreckt. Der 52-jährige Emmanuel Littlejohn wurde per Giftspritze getötet. Er soll bei einem Überfall auf einen kleinen Supermarkt im Jahr 1992 einen 31-jährigen Mann getötet haben.
Littlejohn wies die Verantwortung für den Tod des 31-Jährigen stets zurück und machte seinen Komplizen für die Tat verantwortlich, mit dem er den Raub begangen hatte. Ein Gnadengesuch des 52-Jährigen wurde von Oklahomas Gouverneur Kevin Stitt abgewiesen.








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