WKO-Präsident Mahrer

Wie Österreich den Wohlstandsturbo zünden sollte

Wirtschaft
29.08.2024 19:00

Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr Versprechungen machen die Parteien. Wohin steuert unsere Wirtschaft dabei? WKO-Präsident Harald Mahrer findet dazu offene Worte.

„Krone“: Was braucht es, damit Österreich nicht weiter zurückfällt?
Harald Mahrer: Zentral ist, dass Österreichs Wirtschaft eine Entlastung und keine Belastung mit neuen Steuern braucht. Wir wollen und wir müssen im internationalen Wettbewerb vorne mitspielen, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen. Daher müssen wir den Wohlstandskuchen größer backen, sonst gibt es nur Streit um die Verteilung. Neue Steuern wären Gift für unseren Staat, wir würden dadurch aufs Abstellgleis geraten. Nein, ganz im Gegenteil: Wir sollten mutig den Wohlstandsturbo zünden. Und zwar ohne sogenannte Gegenfinanzierung, also ohne neue Steuern zu erfinden. Diese Vorwärtsstrategie würde nichts kosten, etwa wenn es Anreize für Mehrarbeit und Überstunden gäbe, wenn Arbeitnehmer, statt in Pension zu gehen, gerne noch länger arbeiten können, das alles schafft ja neue Werte.

Klingt gut, aber gleichzeitig wollen Sie mit Steuersenkungen ausländische Konzerne ins Land locken?
Eine Absenkung der Körperschaftssteuer auf 15 Prozent – und zwar auf einige Jahre befristet – wäre so eine Maßnahme. Kostet nichts, weil neue Werte und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Und Steuererhöhungen lehnen Sie grundsätzlich ab?
Wir sollten eher danach trachten, dass die Steuereinnahmen effizienter verwendet werden. Soll heißen: treffsicher, statt ein System von Förderungen mit der Gießkanne!

Was aber, wenn die Arbeitskräfte für zusätzliches Wirtschaftswachstum fehlen? Die FPÖ hat ja empfohlen, sich im EU-Raum nach Jobsuchenden umzuschauen?
Das unterstreicht nur die Ahnungslosigkeit jener, die das vorschlagen. Denn in der EU haben alle die gleichen Probleme bei der Suche nach Arbeitskräften, die Deutschen, die Italiener, die Niederländer oder die Osteuropäer. Stattdessen sollten wir nach dem strengen kanadischen Vorbild Arbeitswillige ins Land einladen. Und zwar nur solche, die wirklich bei uns arbeiten wollen – und nicht jene, die Sozialleistungen bei uns kassieren wollen.

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