Die ÖBB zeigen vor, wie Effizienz aussieht. Drei Züge vom Brenner nach Innsbruck „befördern“ einen wieder zurück. Eine kluge Technik mit den Bremsen ermöglicht das. Wie sie funktioniert, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Und er liefert spannende Zahlen.
Spätestens seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und daraufhin stark gestiegenen Preisen dürfte jedem klar sein, dass Energie ein kostbares und teures Gut ist. Bei den ÖBB setzt man nicht nur auf grünen Strom – etwa erzeugt aus Fotovoltaikanlagen -, sondern auch auf andere Methoden, um Energie zu gewinnen.
Eine davon, die für Laien kurios klingen mag, ist die sogenannte Bremsenergie.
Bei der E-Bremse wird der Elektromotor des Zuges umgekehrt betrieben. Anstatt Energie zu verbrauchen, fungiert der Motor als Generator.

Christoph Gasser-Mair
Bild: Christof Birbaumer
Bewegungsenergie wird in Energie umgewandelt
Christoph Gasser-Mair, ÖBB-Pressesprecher für Tirol und Vorarlberg, erklärt der „Krone“, wie es geht. Er sagt, dass „wenn ein Zug bremst, normalerweise die Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt wird. Diese Energie geht dann verloren“. Seit der Auslieferung der „Taurus“-Flotte im Jahr 2000 setzt das Unternehmen jedoch auf E-Bremsen.
„Bei der E-Bremse wird der Elektromotor des Zuges umgekehrt betrieben. Anstatt Energie zu verbrauchen, fungiert der Motor als Generator. Wenn der Zug bremst, wird die Bewegungsenergie des Zuges in elektrische Energie umgewandelt“, erklärt es der Pressesprecher in verständlichen Worten.
Gesamtenergieverbrauch wird reduziert
Die so gewonnene Energie wird in weiterer Folge in das Stromnetz zurückgespeist. „Die beim Bremsen erzeugte Energie steht dann entweder anderen Zügen oder sonstigen elektrischen Systemen zur Verfügung“, verdeutlicht Gasser-Mair. Durch die Rückspeisung wird auch der Gesamtenergieverbrauch des Zuges reduziert. „Züge mit E-Bremsen können effizienter betrieben werden, da sie weniger Energie aus externen Quellen benötigen.“
Damit könnten 75.000 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden.

Christoph Gasser-Mair
Bild: Christof Birbaumer
Pro Jahr werden 300 Millionen Kilowattstunden weniger verbraucht
Der Pressesprecher liefert auch einige imposante Zahlen. So kann bei optimalen Bedingungen durch die Bremsenergie der Energieverbrauch um bis zu maximal 25 Prozent gesenkt werden. „In Summe werden so pro Jahr rund 300 Millionen Kilowattstunden weniger Energie verbraucht. Damit könnten 75.000 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden“, rechnet Gasser-Mair vor.
Drei Züge vom Brenner „befördern“ einen zurück
Abschließend hat er noch einen weiteren spannenden Vergleich: „Bei der Fahrt von drei Zügen mit einem Triebwagen ,Talent’ vom Brenner nach Innsbruck wird beim Bremsen so viel elektrische Energie erzeugt, wie ein Triebwagen für die Fahrt von Innsbruck hinauf zum Brenner benötigt.“
Derselbe Vergleich funktioniere auch bei Güterzügen mit 1500 Tonnen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.