Projekt zweigeteilt

Simpler Trick rettet eine umstrittene Umwidmung

Oberösterreich
10.07.2024 16:30

Im Grünauer Gemeinderat scheiterte Bürgermeister Klaus Kramesberger beim ersten Versuch, 27 neue Bauparzellen in der Gemeinde zu schaffen. Nun wurde über eine Zweiteilung des Projekts abgestimmt. Zur Empörung der Anrainer gibt es nun ein  Umdenken in der Politik und eine Mehrheit für die Umwidmung.

Aus eins mach zwei! Das scheint in Grünau die Erfolgsformel von SPÖ-Bürgermeister Klaus Kramesberger zu sein. Im Frühjahr kassierte er noch eine bittere Abfuhr beim Versuch der Umwidmung von rund 20 Hektar Grün- in Bauland am Ortsrand: „Ich war baff, ging fix von einer Zustimmung aus. Denn wir brauchen dringend Baugründe, um die Abwanderung durch die Errichtung von Hauptwohnsitzen zu stoppen“, so der Ortschef.

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Es stimmt, dass wir viele Baulandreserven haben. Sie sind kaum verfügbar, weil sie die Besitzer nicht hergeben. Ihr Wert steigt ständig.

Klaus Kramesberger, SPÖ-Bürgermeister in Grünau

Er ließ nicht locker. Mit einem simplen Trick brachte er das Vorhaben erneut zur Abstimmung. „Es war eine Forderung der Parteien“, sieht er sich nicht als alleiniger Drahtzieher der Aktion.

Zwei Abstimmungen notwendig
Statt 27 Bauparzellen sollen zunächst 14 und in der kommenden Sitzung des Ortsparlaments die restlichen 13 Bauparzellen geschaffen werden. Zur Verwunderung vieler gibt es für diese Zweiteilung plötzlich eine Mehrheit.

Scharfe Kritik des Umweltanwalts
„Bei dieser Scheibchentaktik wird am Ende das gleiche Ergebnis herauskommen. Meine Kritikpunkte bleiben deshalb unverändert“, so Umweltanwalt Martin Donat. Es handle sich um ein Gebiet, das im Flächenwidmungsplan als landwirtschaftliche Vorrangzone ausgewiesen ist. Es bestehe kein öffentliches Interesse, es zu versiegeln und privaten Gewinnoptimierungsinteressen preiszugeben. Er ist überzeugt, dass es in der Gemeinde genügend gleichwertiges Bauland gibt.

Enttäuschte Anrainer
Die Anrainer sind nach der Wende im Gemeinderat bitter enttäuscht. „Wenige Tage nach der Sitzung wurden die Parzellen bereits abgesteckt, im Internet verbreitet eine Baufirma 14 Angebote für Einzelhäuser. Wir wissen jetzt, woher der Wind weht und wer davon profitieren könnte.“

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